Vergleich

Höchste Netzgebühren für Strom im Osten

Das unabhängige Vergleichsportal Verivox hat ausgerechnet, welch große regionale Unterschiede es bei den Netzgebühren in Deutschland gibt. Diese Gebühren werden von der Netzagentur reguliert, die unterschiedlichen Höhen haben gleichwohl viel mit den Gegebenheiten vor Ort zu tun - und auch mit dem Zubau an Ökostrom.

Strompreis© Pixelot / Fotolia.com

Heidelberg (red) - Die Netzgebühren für Strom sind im Vergleich zum Vorjahr um rund acht Prozent angestiegen. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4.000 kWh bedeutet allein diese Erhöhung eine jährliche Mehrbelastung von 23 Euro. Die höchsten Netzgebühren werden in den östlichen Bundesländern fällig, die geringsten Kosten haben die drei Stadtstaaten.

Höchste Netzgebühren in Brandenburg

Die durchschnittlichen Netzentgelte für die Abnahme von 4.000 kWh liegen im Bundesländervergleich bei durchschnittlich 264 Euro (netto). Der haushaltsgewichtete Bundesdurchschnitt, der die unterschiedlichen Kundenzahlen der Netzbetreiber berücksichtigt, liegt bei 255 Euro (netto). Damit machen die Kosten für das Stromnetz und die Messung 23 Prozent des gesamten Strompreises (1.121 Euro) aus. Für das Stromnetz müssen die Bewohner von Brandenburg am tiefsten in die Tasche greifen. Zum Jahreswechsel sind die Netzentgelte hier um 15 Prozent angestiegen. Ein Musterhaushalt bezahlt nun durchschnittlich 345 Euro an Netzgebühren. Darauf folgt Mecklenburg-Vorpommern (324 Euro), Sachsen-Anhalt (312 Euro), Sachsen (306 Euro) und Thüringen (294 Euro).

Geringste Netzentgelte in Stadtstaaten

Obwohl die Stromnetzgebühren in Bremen zum Jahreswechsel um 10 Prozent angestiegen sind, bezahlen die Verbraucher hier mit 201 Euro immer noch die bundesweit niedrigsten Gebühren. Auch in Berlin (223 Euro) und Hamburg (232 Euro) werden vergleichsweise niedrige Netzentgelte fällig. Bei den Flächenländern liegt Nordrhein-Westfalen mit 233 Euro am niedrigsten.

Einfluss des Zubaus an Ökostrom

Die Netzkosten werden von der Bundesnetzagentur reguliert. Regionale Unterschiede erklären sich in erster Linie aus der Bevölkerungsdichte und den geographischen Gegebenheiten. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien spielt ebenfalls eine Rolle. Der starke Anstieg in Brandenburg lässt sich mit den rund 737 Megawatt neu installierter Leistung in diesem Bereich erklären. Eine direkte Kopplung ist jedoch nicht zu erkennen. Beispielsweise gab es den größten Zubau an Erneuerbaren Energien mit rund 1,2 Gigawatt in Bayern. Dennoch liegen die Netzgebühren mit 255 Euro deutlich unter dem Durchschnitt der Bundesländer.

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