Lagebricht

Hochwasser: Stromausfälle im Netzgebiet der enviaM

Der sächsische Stromversorger enviaM hat einen Lagebericht zur aktuellen Situation abgegeben. Insgesamt sind zur Zeit etwa 920 Transformatorenstationen im enviaM-Netzgebiet durch die Witterungseinflüsse außer Betrieb. Diverse Umspannwerke wurden abgeschaltet. Betroffene sollten sich unbedingt von elektrischen Anlagen fernhalten.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Menschen in Sachsen und Sachsen-Anhalt kämpfen derzeit mit einem Jahrhunderthochwasser. Stündlich erhöht sich der Pegelstand, tausende Einwohner mussten ihre Häuser verlassen und wurden evakuiert. In vielen Gebieten wurde bereits Katastrophenalarm ausgerufen. Im enviaM-Netzgebiet ist es gestern in weiten Teilen zu Stromausfällen gekommen. Besonders betroffen: Freital, Oberes Erzgebirge und Flöhatal sowie das Gebiet der Zwickauer Mulde.

Im Einzelnen sieht es so aus: In Olbernhau musste das Umspannwerk für die Stadtwerke Olbernhau außer Betrieb genommen werden, nachdem das Wasser die Anlage überflutet hatte. Die Stromversorgung im Raum Olbernhau ist unterbrochen. In Frankenberg wurde das Umspannwerk ebenfalls außer Betrieb genommen, nachdem es überflutet worden war. Alle Einrichtungen des Umspannwerkes stehen inzwischen komplett unter Wasser. Die Stromversorgung im Raum Frankenberg ist unterbrochen. Das Umspannwerk Bennewitz musste nach einem Dammbruch der Mulde auf Grund von Überflutung ebenfalls außer Betrieb genommen werden. Die Stromversorgung ist in Brandis, Bennewitz, Machern, Reichenbach und Trebsen unterbrochen. In Eilenburg droht das Umspannwerk Eilenburg/Ost überflutet zu werden. Vom Stromausfall betroffen wären der Großraum Eilenburg und die Stadt Bad Düben.

Im Regierungsbezirk Chemnitz verzeichnet enviaM etwa 80 größere Störungen. 25 Mittelspannungsabgänge in den Umspannwerken sind außer Betrieb. Eine Inbetriebnahme ist vor Rückgang des Hochwassers nicht möglich. Darüber hinaus sind im Regierungsbezirk Chemnitz etwa 580 Transformatorenstationen außer Betrieb genommen worden. Schwerpunkt ist das Freiberger Land, wo 520 Transformatorenstationen betroffen sind. Besonders stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist das Flöhatal. Eine Wiederversorgung der Transformatorenstationen ist derzeit noch nicht absehbar, da die Pegelstände der Flüsse zum Teil noch ansteigen. Im Regierungsbezirk Leipzig verzeichnet enviaM etwa 40 Mittelspannungsstörungen. Darüber hinaus sind etwa 380 Transformatorenstationen außer Betrieb genommen worden. Besonders betroffen ist Grimma, wo die Mulde über die Ufer getreten ist und das Stadtgebiet überflutet hat. Hier sind 300 Transformatorenstationen ausgefallen. Insgesamt sind zur Zeit etwa 920 Transformatorenstationen im enviaM-Netzgebiet durch die Witterungseinflüsse außer Betrieb.

In einigen Teilen des Erzgebirges ist auf Grund der leichten Entspannung der Situation mit dem Wiederaufbau der Stromversorgung begonnen worden. Im Bereich Freiberg ist eine Wiederversorgung noch nicht absehbar, da ein Rückgang der Pegel der Flüsse noch nicht erkennbar ist. enviaM bittet von Überschwemmungen Betroffene dringend, sich von elektrischen Anlagen fernzuhalten. Überflutete Räume, in denen die Netzstecker nicht gezogen worden sind, sollten gemieden werden. Das Unternehmen hat einen Krisenstab und ein Krisentelefon eingerichtet. Das Krisentelefon ist rund um die Uhr geschaltet und unter der Rufnummern 0371-4821744 oder 0178-5001436 erreichbar.

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