HEW kontra Riva Energie: Was ist in Hamburg los?

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com
Zeitungsberichten zufolge haben die Hamburgischen Electrizitäts Werke (HEW) Anzeige wegen Betruges gegen den Essener Stromversorger Riva Energie AG gestellt. Vertriebsmitarbeiter des Newcomers Riva sollen an Haustüren Hamburger Bürgern falsche Ausweise präsentiert und behauptet haben, sie kämen von der HEW und bräuchten nur eine Unterschrift.


Das Essener Unternehmen Riva Energie AG ist eine Tochter des amerikanischen Energieriesen Sempra Energy. Zu Beginn dieses Jahres geriet Riva erstmals in Nordrhein-Westfalen in die Schlagzeilen, da das Unternehmen mit ungewöhnlichen Vertriebsmethoden arbeitet: Die Riva-Mitarbeiter stehen in Fußgängerzonen und klingeln an der Haustüren. Nach und nach will der neue Stromanbieter so deutschlandweit sein Produkt "an den Mann" bringen. Der Vertriebsweg ist anders, jedoch durchaus rechtmäßig. Und dass dieser Weg Erfolg hat, zeigt die wachsende Kundenzahl. Im Großraum Essen, wo Riva zu Beginn dieses Jahres seine Aktivitäten gestartet hatte, haben bereits mehr als 16 000 Kunden einen Vertrag unterschrieben.


Gerade weil die Vertriebsweg jedoch nicht unumstritten ist, stellt Riva-Geschäftsführer Carsten Knauer sehr hohe Anforderungen an seine Mitarbeiter: "Wir haben ein umfassendes Qualitätsprogramm, unsere Mitarbeiter sind geschult und wissen worauf es ankommt. Jeder von ihnen trägt ein Namensschild mit Bild, das ihn ganz klar als Mitarbeiter ausweist", beschreibt Carsten Knauer die Vorgehensweise gegenüber dem strom magazin. Jeder abgeschlossene Vertrag wird durch einen Anruf aus der Riva-Firmenzentrale nochmals bestätigt. "Wir rufen die Kunden, die mit einem unserer Mitarbeiter beispielsweise an der Haustür einen Vertrag abgeschlossen haben, noch einmal an und erkundigen uns, wie das Gespräch geführt wurde. Die Kunden geben unseren Mitarbeitern Noten", so Knauer weiter. Aus diesem Grund ist er sich sicher: "Für die Vertriebsmitarbeiter lege ich meine Hand ins Feuer." Von einer Anzeige der HEW hat er Ende letzter Woche noch nichts gewusst.

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