Brennstoff

Hessen will Biomassenutzung ausbauen

Die Biomasse bietet laut einer Studie, die das Land Hessen in Auftrag gegeben hat, noch großes Potenzial zur Energiegewinnung. Das Land will nun die stärkere Nutzung des umweltfreundlichen Energieträgers weiter vorantreiben, teilte Umweltminister Wilhelm Dietzel auf einer Messe in Wetzlar mit.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Wetzlar (ddp-hes/sm) - Hessen will den Anteil erneuerbarer Energien an der Strom- und Wärmegewinnung bis 2015 von heute 4,5 auf 15 Prozent steigern. Die Landesregierung setzt dabei vor allem auf eine stärkere Nutzung von Biomasse. Diese biete das größte Potenzial unter den erneuerbaren Energien in Hessen, heißt es in einer vom Land in Auftrag gegebenen Studie, die Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) kürzlich vorstellte.

Biomasse gilt als besonders umweltfreundlicher Brennstoff. Bei ihrer Verbrennung wird nur so viel Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben wie zuvor etwa durch den Aufwuchs gebunden wurde. Wächst beispielsweise ein Kubikmeter Holz, so entzieht dieser der Atmosphäre eine Tonne Kohlendioxid. Dieses wird zu 250 Kilogramm als Kohlenstoff im Holz gespeichert, und 750 Kilogramm werden als Sauerstoff an die Luft abgegeben.

Zu energetisch nutzbaren Biomassen zählen organische Reststoffe, die in der Land- und Forstwirtschaft, der Industrie und den Haushalten anfallen wie Abfall- und Restholz, Stroh, Gras, Laub, Dung, Klärschlamm, organischer Abfall. Produkte aus organischen Rest- und Abfallstoffen sind insbesondere Biogas, Deponiegas und Klärgas.

Derzeit deckt Bioenergie in Hessen rund 75 Prozent der regenerativen Energieerzeugung ab. Der Anteil der Bioenergie am Gesamtenergieverbrauch des Landes ist allerdings noch sehr recht gering. Er beträgt der Studie zufolge gerade einmal zwei Prozent. Laut der Expertise ließen sich aber mittelfristig in Hessen 14 000 Gigawattstunden pro Jahr durch Biomasse mobilisieren. "Würde dieses Potenzial durch Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen genutzt, könnten 600 000 Vier-Personen-Haushalte in Hessen mit Strom und 400 000 Vier-Personen-Haushalte mit Wärme versorgt werden", erläuterte Dietzel.

Von Guido Heisner

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