Mehr Wettbewerb

Hessen prüft Stromerhöhungsanträge

Nahezu alle hessischen Energieversorger haben Anträge auf Genehmigung höherer Stromtarife zum 1. Januar 2004 gestellt. Diese würden vom hessischen Wirtschaftsministerium derzeit sehr genau geprüft, kündigte Wirtschaftsminister Alois Rhiel an und sprach sich gleichzeitig für mehr Wettbewerb aus.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Der hessische Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel hat sich für mehr Wettbewerb im Energiemarkt eingesetzt: "Anders lassen sich Preissteigerungen für Strom auf Dauer nicht begrenzen. Niedrige Energiepreise entlasten Unternehmen und Verbraucher und erleichtern den erhofften Wirtschaftsaufschwung." Das hessische Wirtschaftsministerium prüfe deshalb sehr genau, ob die kürzlich eingereichten Anträge mehrerer Energieversorger für höhere Stromtarife in Hessen genehmigt werden könnten.

Mittelfristig könnten die Strompreise sogar sinken, wenn die Belastung durch die Ökosteuer vermindert und zudem die Überregulierung im Energiemarkt abgebaut würde. Dr. Rhiel: "Die Bundesregierung muss den neuen Regulierungsrahmen so gestalten, dass Marktzutrittschranken gesenkt werden. Mehr Wettbewerber und mehr Innovation werden dann im Markt dafür sorgen, dass Preissteigerungen begrenzt oder verhindert werden."

Der Wirtschaftsminister erläuterte die derzeit laufenden Genehmigungsverfahren: "Die meisten hessischen Stromversorger haben Anträge auf Genehmigung höherer Stromtarife zum 01.01.2004 gestellt. Die beantragten Preiserhöhungen liegen zwischen etwa 0,7 und 1,0 Cent je Kilowattstunde (netto)." Die Anträge auf Genehmigung neuer Tarife würden im Wirtschaftsministerium geprüft, wobei gemäß der Bundestarifordnung Elektrizität das alleinige Entscheidungskriterium die Kosten- und Erlöslage sei. Dr. Rhiel: "Da haben wir nach Recht und Gesetz vorzugehen. Wenn Kostensteigerungen im Strommarkt nachgewiesen werden, sind wir rechtlich gezwungen, Tariferhöhungen zu genehmigen."

Das könnte Sie auch interessieren
  • Photovoltaik Vergleich

    Solar Cluster: Photovoltaikanlage 2017 noch günstiger

    Wer über den Kauf einer Photovoltaikanlage nachdenkt, für den ergeben sich Experten zufolge 2017 weitere Pro-Argumente. Beispielsweise soll die Einspeisevergütung im Februar noch einmal steigen. Außerdem seien die Anlagen an sich günstiger geworden, so die Branchenvereinigung Solar Cluster.

  • Strompreise

    Höhe der Stromrechnung: Wohnort spielt eine Rolle

    Der Wohnort ist für die Höhe der Stromrechnung gar nicht so unwesentlich. Tatsächlich variieren die Strompreise je nach Bundesland erheblich. Das liegt auch an den unterschiedlich hohen Netzentgelten.

  • Hochspannungsmasten

    Studie: Energiepreise in Europa auch weiterhin unter starkem Deregulierungseinfluss

    Die aktuelle Ausgabe des European Energy Markets Deregulation Observatory (EEMDO) der Unternehmensberatung Cap Gemini Ernst & Young kommt zu den Ergebnis, dass die Großhandelspreise für Strom in Europa nicht mehr den größten Einfluss auf die Energiepreise haben. Vor allem die Versorgungssicherheit wird künftig die Preisgestaltung beeinflussen.

  • Energieversorung

    Verbände schlagen Verbesserung der Netznutzung vor

    Gemeinsam wollen der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne), der Verband deutscher Gas- und Stromhändler (EFET) und der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) die Verbändevereinbarung für den Strommarkt weiterentwickeln und haben daher ein gemeinsames Positionspapier verfasst.

  • Energieversorung

    Bahn öffnet ihr Netz für Durchleitung

    Die DB Energie führt zum 1. Januar 2004 ein Durchleitungspreissystem (DPS) ein. "Als erster 16,7-Hertz-Bahnstromversorger in Europa eröffnen wir unseren Kunden die Möglichkeit, ihren Strom bei beliebigen Anbietern zu kaufen und ihn durch unsere Anlagen zu den Lokomotiven zu transportieren", erläutert Andreas P. Meyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Energie.

Top