Energieverbrauch senken

Hessen: FDP will Gebäudesanierungen vorantreiben

Die hessische FDP will den Energieverbrauch in Wohnhäusern über günstige Kredite für Dämmmaterialien, effiziente Heizungen sowie andere Sanierungsvorhaben senken. Zudem gebe es noch viele Flächen, die zum Ausbau erneuerbarer Energien genutzt werden könnten.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Wiesbaden (ddp-hes/sm) - Die Senkung des Energieverbrauchs in Wohngebäuden stelle die "effizienteste Energiesparmöglichkeit" dar, sagte der FDP-Wirtschaftspolitiker Dieter Posch. So lasse sich der klimaschädliche Kohlendioxid-Ausstoß am kostengünstigsten senken, fügte er hinzu. Hierzu solle das Land die verschiedenen Förderangebote bündeln. Posch schlug dafür einen Zinssatz von maximal zwei Prozent vor.

Gemeindeübergreifende Energieparks

Außerdem regte Posch an, sogenannte interkommunale Energieparks auszuweisen. Die hessischen Kommunen sollen den FDP-Plänen zufolge gemeindeübergreifende Standorte für Biomassekraftwerke, Windräder oder andere erneuerbare Energiequellen ausweisen. In Hessen gebe es "noch eine ganze Reihe von nutzbaren Flächen", die für diese Zwecke "idealtypisch" wären, sagte Posch. Er denke zum Beispiel an brachliegende Bahn- oder an Konversionsflächen, die genügend Platz für solche Energieparks böten. Der gegenwärtige Ausbau regenerativer Energien zeichne sich durch Zersplitterung und wenig Effizienz aus.

SPD nennt FDP-Papier unzureichend

SPD-Umweltpolitiker Gernot Grumbach sagte, das FDP-Papier zur Energiepolitik "beschränke sich auf wenige Punkte und lässt jegliche Konzeption fehlen". Es lese sich wie der "Versuch, den Anschluss an ein Thema finden zu wollen, ihn aber nicht zu erreichen". Die wenigen Punkte des FDP-Papiers seien im SPD-Energiekonzept in gleicher oder vergleichbarer Form bereits enthalten, sagte Grumbach.

Die Grünen bezeichneten die Vorschläge der FDP als "undurchdacht und unausgewogen". Grünen-Politikerin Ursula Hammann sagte, die FDP kritisiere bei der energetischen Gebäudesanierung zwar, dass die derzeitigen Programme und Fördermöglichkeiten zu kompliziert seien, biete als Lösung "aber nur ein weiteres Programm". Die Grünen wollen dem Förderwirrwarr mit einer landeseigenen Energie- und Klimaschutz-Agentur begegnen, erläuterte Hammann.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Ökogas

    Hessen sieht Ausbaupotenzial bei Biogas

    Die hessische Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) wirbt bei Bürgern für eine "realistische Umsetzung" der Energiewende, sprich, für mehr Akzeptanz des Mammutprojekts. Dabei geht es der Ministerin vor allem um Windräder, aber auch um bessere Chancen für Biogasanlagen. In diesem Segment ließe sich das Potenzial verdoppeln.

  • Wärmebild

    Die vier größten Irrtümer bei der Sanierung von Häusern

    Beim Stichwort "energetische Gebäudesanierung" denken die meisten an gut gedämmte Häuser mit geringen Energiekosten, an den Abschied von alten, zugigen Fenstern und an Wärme aus erneuerbaren Energien. Stimmt das? Denn manch einer fragt sich, ob das Haus nachher wirklich besser aussieht als vorher und ob sich der ganze Aufwand finanziell lohnt.

  • Hochspannungsleitung

    Grüne und SPD kritisieren Energiepolitik der Regierung Koch

    SPD und Grüne in Hessen haben Ministerpräsident Roland Koch (CDU) wegen seiner Energiepolitik der vergangenen Jahre scharf angegriffen. Die Grünen bezeichneten die Energiepolitik der Koch-Regierung als "steinzeitlich", die SPD als "verfehlt".

  • Hochspannungsleitung

    Hessen: Regierungspräsidium will Solarpflicht kippen (Upd.)

    Der Streit um die Marburger Solaranlagenpflicht zwischen dem Regierungspräsidium Gießen und der Stadt Marburg spitzt sich zu. Bürgermeister Kahle stemmt sich allerdings vehement gegen die geplante Aufhebung des Stadtratsbeschlusses. Ein Komporomissvorschlag der Stadt wurde abgelehnt.

  • Strompreise

    Grüne plädieren für unterirdische Hochspannungsleitungen

    Das Dilemma ist bekannt: Wer eine dezentrale Stromversorgung will, braucht mehr Leitungen. Um die Menschen vor zusätzlichen Belastungen zu schützen und eine weitere Verschandelung der Umwelt zu verhindern, plädieren die Grünen für unterirdische Leitungen.

Top