Erneuerbare Energien

Hessen baut Biomasse weiter aus

Das Land Hessen setzt beim Ausbau der erneuerbaren Energien stark auf den Bereich Biomasse, 83 neue Anlagen wurden in den letzten beiden Jahren gefördert. Allerdings liegt das Land mit einem Anteil von nur sechs Prozent Erneuerbare Energien am Strommix weit unter Bundesdurchschnitt.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Geisenheim (ddp-hes/red) - Allein in den Jahren 2007 und 2008 seien 83 neue Biomassefeuerungsanlagen mit rund 4,5 Millionen Euro aus Landesmitteln gefördert worden, sagte Energieministerin Silke Lautenschläger (CDU) am Montag nach einer auswärtigen Kabinettssitzung in Geisenheim. Das ergebe sich aus dem Energiebericht für die beiden Jahre.

Der Bericht enthält zudem die Energiestatistik des Landes bis zum Jahr 2006. Demnach bezog Hessen 2006 lediglich sechs Prozent seiner Energie aus erneuerbaren Quellen. "Wir kommen von einem sehr niedrigen Ansatz", räumte Lautenschläger ein.

Investitionen in Biomasse und Windkraft

Allerdings sei in den Jahren 2007 und 2008 "sehr stark" in den Bereichen Biomasse und auch bei der Windenergie investiert worden. So wiesen die 83 neuen Biomasseanlagen insgesamt 15,9 Megawatt thermischer und 5,8 Megawatt elektrischer Leistung auf und sparten jährlich rund 150 Gigawattstunden Primärenergie ein. Die CO2-Emissionen seien so um rund 35.000 Tonnen reduziert worden. Der Ausbau bei den Biomasseanlagen werde weiter gehen, betonte die Ministerin. Derzeit seien zwei weitere große Biogasanlage im Bau.

CDU und FDP hatten im Koalitionsvertrag als Ziel einen Ausbau der erneuerbaren Energien auf 20 Prozent bis zum Jahr 2020 vereinbart. Lautenschläger räumte ein, dass dafür noch eine "Kraftanstrengung" nötig sei. Hessen sei aber weit vorne bei Dämmtechniken, der Kraft-Wärme-Kopplung und der Nutzung der Tiefengeothermie. Wie genau die künftige Verteilung im Energiemix aussehen soll, soll ein Energieforum unter Leitung der Ministerin bis Jahresende erarbeiten.

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