Grenzwerte eingehalten

Helmholtz Zentrum: Asse-Laugen keine Gefahr für Menschen und Umwelt

Von den aus dem Atommülllager Asse in umliegende Salzbergwerke gebrachten Laugen geht nach Darstellung des Helmholtz Zentrums München keine Gefahr für Menschen und Umwelt aus. Zudem hätten alle Genehmigungen für diese Transporte vorgelegen, sagte ein Sprecher des Zentrums.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Wolfenbüttel (ddp-nrd/sm) - Die salzhaltigen Lösungen hätten eine Uran-Konzentration von etwa zwei Mikrogramm pro Liter aufgewiesen. Damit lägen die Werte weit unterhalb des vom Umweltbundesamt empfohlenen Trinkwassergrenzwertes von zehn Mikrogramm Uran pro Liter. Das Uran stamme nicht aus den im Bergwerk Asse eingelagerten Atommüllfässern, sondern "aus dem natürlichen Untergrund". Auch die in den Laugen gemessenen Tritium-Konzentrationen blieben den Angaben nach deutlich unterhalb der zulässigen Werte.

Der Laugenzufluss in die Schachtanlage betrage konstant zwölf Kubikmeter pro Tag, sagte der Sprecher weiter. Da für die Lauge keine Verwendungsmöglichkeit bestehe, müsse sie abtransportiert werden. Das niedersächsische Umweltministerium hatte die Laugentransporte in andere Bergwerke kürzlich gestoppt.

Aus Sicht des Asse-Betreibers hatte die Entscheidung, die Salzlösung in Salzbergwerke zu fahren, "reine Umweltschutzgründe". Eine Einleitung in Flüsse würde zu einer unnötigen Erhöhung des Salzgehaltes der betreffenden Gewässer führen, sagt der Sprecher. "Einer Verbringung der Salzlösung in ein Salzbergwerk steht dagegen nichts dergleichen im Wege."

In tieferen Stellen der Asse war Lauge zugeflossen, die höher radioaktiv belastet war. Teilweise war die Strahlung zehnfach höher als erlaubt. Diese Laugen hatte der Betreiber zunächst in den sogenannten Sumpf des Bergwerks Asse gepumpt. Nach einer Verfügung des Umweltministeriums werden sie derzeit in Behältern aufgefangen.

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