Energieeinsparverordnung

Heizungserneuerung: Neuer Heizkessel nicht unbedingt nötig

Die neue Regelung über die Abgasverluste bei Heizungen sorgen für Verwirrung bei den Betreibern. Nicht immer sei es nötig, den gesamten Heizkessel auszutauschen, wie Kesselhersteller oder Verbände des Heizungsbaugewerbes behaupten. Oft reichen auch wesentlich kostengünstigere Maßnahmen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Rheinbreitbach (red) – Die neuen Vorschriften zum Austausch alter Heizungen sorgen derzeit bei den Betreibern für Irritationen. Nicht immer muss gleich der Heizkessel erneuert werden, auch mit kostengünstigeren Maßnahmen ist es möglich, die neuen gesetzlichen Vorschriften einzuhalten, so der Bund der Energieverbraucher.

Laut Bundesimmissionsschutzverordnung darf ab 1.11.2004 der Abgasverlust von Öl- und Gasheizungen bis 25 Kilowatt Leistung nur noch elf Prozent und bei Anlagen bis 50 Kilowatt Leistung nur noch zehn Prozent betragen. Nach der Energieeinsparverordnung müssen bis Dezember 2006 alle Heizkessel ausgetauscht werden, die vor Oktober 1978 eingebaut wurden, soweit sie nicht in selbstgenutzten Ein- oder Zweifamilienhäusern stehen. Damit sollen der Schadstoffausstoß bei der Wärmeerzeugung gesenkt und die Energiekosten für die Nutzer verringert werden.

Falsch ist, dass deshalb - wie viele Kesselhersteller, Verbände des Heizungsbaugewerbes und kreditgebende Banken gern behaupten - alle betroffenen Anlagen mit neuen Heizkesseln ausgestattet werden müssen, so der Bund der Energieverbraucher Die geforderten Abgasverluste seien in vielen Fällen auch zu erreichen, indem bei den Kesseln nur eine neue Regelanlage eingebaut oder die Brennerleistung reduziert wird. Manchmal reiche auch schon eine Reinigung oder eine Veränderung der Brennereinstellung aus, um die geforderten Werte einzuhalten. Zusätzlich könnten alte Kessel eine nachträgliche Dämmung erhalten.

Ob die Abgasverluste eines Kessels zu hoch sind, geht aus dem Messprotokoll des Schornsteinfegers hervor. Der Schornsteinfegergilde kommt damit eine große Verantwortung zu, und es steht die Frage, ob diese Ihrer Verantwortung auch gerecht wird, meint der Bund der Energieverbraucher Wenn zu hohe Abgasverluste eingetragen werden, so sollte - insbesondere wenn eine große Abweichung zu den Messungen der vergangenen Jahre festgestellt wird - eine Nachprüfung der Messung veranlaßt werden.

Maßnahmen, mit denen der Schadstoffausstoß gesenkt und die Energiekosten verringert werden können, sind außerordentlich wichtig, doch müssen wirtschaftlich sinnvoll sein. Ein neuer Heizkessel kostet viel Geld und fördert den Umsatz der Anbieter. Für die Betreiber von Heizungsanlagen ist es deshalb wichtig zu wissen, dass es auch mit kostengünstigeren Maßnahmen möglich ist, die neuen gesetzlichen Vorschriften einzuhalten.

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