Mehrkosten

Heizölpreis in 10 Jahren um 120 Prozent gestiegen

Der Heizölpreis ist in den letzten zehn Jahren sehr viel stärker angestiegen als der Strompreis. Um Verbraucher vor den immensen Nachzahlungen zu schützen und die Energieeffizienz zu steigern, soll die Heizkostenabrechnung nun mehrmals im Jahr an Hausbesitzer und Mieter ausgegeben werden.

geballte Faust© Michael Möller / Fotolia.com

Freiburg (red) - Das Jahr 2013 war das zweitteuerste Jahr aller Zeiten beim Heizölpreis. Der fossile Energieträger kostete deutschlandweit durchschnittlich rund 85 Euro pro 100 Liter - nur 2012 lag mit 91 Euro noch darüber. Nutzer einer Ölheizung zahlen heute mehr als doppelt so viel wie noch 2003. Für einen Vierpersonenhaushalt in einem normalen Altbau bedeutet der Preisanstieg knapp 1.000 Euro mehr pro Jahr an Heizkosten im Vergleich zu vor zehn Jahren, hat das Landesprogramm Zukunft Altbau des Umweltministeriums Baden-Württemberg berechnet. Der einzige Ausweg aus der Heizkostenspirale nach oben sei die energetische Sanierung von Altbauten, so Zukunft Altbau. Sie rechne sich oft auch trotz der finanziellen Investition.

Kostenanstieg um 120 Prozent

In den vergangenen zehn Jahren ist der Heizölpreis deutlich stärker gestiegen als der derzeit viel und kontrovers diskutierte Strompreis. Strom kostet im Vergleich zu 2003 rund 64 Prozent mehr. Die Kostensteigerung beim Heizöl ist mit rund 120 Prozent fast doppelt so hoch. Erschwerend kommt hinzu: Für einen Durchschnittshaushalt belaufen sich die Stromkosten mittlerweile auf rund 1.100 Euro pro Jahr - die Heizkosten in einem durchschnittlich gut gedämmten Altbau mit 100 Quadratmeter Wohnfläche aber schlagen mit rund 2.200 Euro ein deutlich größeres Loch in den Geldbeutel.

Heizkostenabrechnung mehrmals im Jahr

"Viele Hausbesitzer müssen diesen Winter wieder tiefer in die Tasche greifen", bestätigt auch Gerhard Freier von der Ingenieurkammer Baden-Württemberg. "Auch für Mieter wird es wieder Nachzahlungen geben." Damit die jährliche Heizkostenabrechnung nicht regelmäßig zu hohen Nachzahlungen führt, plant die Europäische Union hier mehr Transparenz. Die Ende 2012 beschlossene Energieeffizienzrichtlinie der EU sieht vor, dass Mieter öfter über ihren Energieverbrauch informiert werden müssen. Das soll zu mehr Energie- und Kosteneffizienz führen.

Gesetzliche Festschreibung bis Sommer 2014

"Die neue Richtlinie ermöglicht eine schnellere Warnung, ob der Heizverbrauch höher als gewünscht ist und das vierteljährlich oder gar monatlich", so Freier. "Für Vermieter bedeutet das mehr Aufwand bei der Abrechnung." Deutschland hat die Richtlinie noch nicht in nationales Recht umgesetzt. Von der EU vorgesehen ist dies bis Juni 2014. Dann soll auch der Abrechnungsturnus genauer definiert werden.

Sanierung für dauerhafte Einsparungen

Das einzig wirksame Mittel, die Heizkosten im Zaum zu halten oder gar zu senken, ist die energetische Sanierung der Wohnhäuser, raten Bauexperten. Petra Hegen von Zukunft Altbau etwa schlägt Hausbesitzern vor, zuerst von einem qualifizierten Energieberater prüfen zu lassen, welche technischen Möglichkeiten es gibt. Sie könnten dann zusammen mit den finanziellen Möglichkeiten und der stattlichen KfW-Förderung in einen Sanierungskonzept integriert werden. Sanierungsmaßnahmen seien häufig in wenigen Jahren wirtschaftlich und sparten danach jährlich Geld, so Hegen. Neutrale Informationen gibt es kostenfrei über das Beratungstelefon von Zukunft Altbau unter der Nummer 08000/123333.

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