Preistief

Heizölpreis auf tiefstem Wert seit 2011

Der Heizölpreis ist derzeit so niedrig wie seit Sommer 2011 nicht mehr. Im Zuge der Krim-Krise ist der Ölpreis bisher nur kurzfristig in die Höhe geschnellt. Zusammen mit dem starken Euro und dem eher milden Winter könnte dies zu einer günstigen Heizperiode führen.

Preissteigerung© Tanja Bagusat / Fotolia.com

Hamburg (dpa/red) - Der Preis für 100 Liter Heizöl ist erstmals seit Sommer 2011 unter 80 Euro gefallen. Vor einem Jahr waren es noch sieben bis acht Euro mehr; die Ersparnis bei einer Tankfüllung beträgt 200 bis 250 Euro. Experten raten zum Kauf. Das geht aus den Preisnotierungen verschiedener Fachportale im Internet hervor. Die Krise in der Ukraine habe die Rohölnotierungen nur kurzfristig auf ein neues Jahreshoch getrieben, schreiben die Marktanalysten. Mittlerweile bewege sich der Ölpreis mit ungefähr 108 Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent wieder auf seinem gewohnten Niveau.

Starker Euro

Während sich der Ölpreis auf relativ hohem Niveau nur wenig bewegt, hilft der starke Euro den Verbrauchern. Ein Euro ist 1,39 US-Dollar wert, so viel wie zuletzt im Herbst 2011. Damit müssen die Euroländer weniger für das Rohöl und für Ölprodukte bezahlen, was direkt bei den Verbrauchern ankommt. Die Analysten erklären den starken Euro vor allem mit der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie hatte in der vergangenen Woche die Zinsen stabil gehalten.

Günstige Heizperiode

Da wegen des milden Winters auch wenig geheizt werden muss, können sich Mieter und Hausbesitzer auf eine preisgünstige Heizperiode einstellen. Nach einer Hochrechnung des Vergleichsportals Verivox in Heidelberg müssen die Verbraucher in dieser Heizperiode rund 20 Prozent weniger Heizenergie einsetzen als in der vorigen. Das gelte, wenn sich die milde Witterung für den Rest des Winters und im Frühjahr fortsetze. "Für die Benutzer von Gasheizungen bedeutet das bei ungefähr stabilen Preisen auch eine Ersparnis in gleicher Höhe", sagte Verivox-Sprecher Florian Krüger. "Für Heizölkunden fällt sie etwas höher aus." Bei einem Vergleich der Brennstoffkosten schneide die Gasheizung gegenüber der Ölheizung aber immer noch günstiger ab.

Entwicklungen schwer abzusehen

Ob auch die Gaskunden von den günstigen Heizölpreisen profitieren können, ist offen. Die Gaspreise waren zuletzt tendenziell eher leicht gestiegen. "Die frühere Ölpreisbindung der Gaspreise spielt kaum noch eine Rolle", sagte Heino Elfert vom Energie Informationsdienst EID in Hamburg. "Es regiert der kurzfristige Spotmarkt, und der ist gut versorgt." Doch eine Prognose über die Entwicklung der Energiemärkte in den nächsten Monaten mag kaum ein Experte treffen. Zu ungewiss sind die Entwicklungen rund um die Ukraine.

Quelle: DPA

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