"Skandalöser Uranabbau"

Heftige Kritik an Areva wegen Uranmine in Niger

Mit dem Spatenstich für die größte afrikanische Uranmine im Niger hat sich der französische Atomkonzern Areva heftige Kritik eingehandelt. Areva werde mit dem Betrieb der Mine in Imouraren "den skandalösen Uranabbau" in der ehemaligen Kolonie fortsetzen, so eine Vereinigung nichtstaatlicher französischer Organisationen, Parteien und Gewerkschaften.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Der Uranabbau in Imouraren trage weder zur Entwicklung des westafrikanischen Landes noch zu besseren Lebensbedingungen für die Bevölkerung bei. Vielmehr habe er für die örtliche Bevölkerung "katastrophale gesundheitliche und gesellschaftliche Folgen", erklärte die Vereinigung "Areva ne fera pas la loi au Niger".

Areva, der weltgrößte Atomkonzern, baut seit vierzig Jahren Uran im Niger ab. Ein Drittel des französischen Atomstroms wird mit nigerischem Uran hergestellt. Areva hatte im Januar die Lizenz zum Betrieb des Bergwerkes erhalten, das 2012 in Betrieb genommen werden soll. Der französische Konzern hält 66,65 Prozent der Anteile an der Betreibergesellschaft, der Rest ist im Besitz des Staates Niger. Die afrikanische Republik steigt damit laut Areva zum zweitgrößten Uranproduzenten der Welt auf. In Imouraren sollen jährlich bis zu 5000 Tonnen Uran abgebaut werden; 300 Tonnen bekommt der nigerische Staat.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Strom sparen

    GDF Suez darf offenbar neue Reaktorgeneration bauen

    Der französische Energiekonzern GDF Suez könnte nach Angaben von Gewerkschaften bald bei der dritten Generation von Atomreaktoren mitmischen. Kürzlich war berichtet worden, der Versorger wolle im Rhônetal einen neuen Atomreaktor bauen. GDF Suez hat auf dem Reaktormarkt bislang keinen Fuß auf den Boden bekommen.

  • Hochspannungsmasten

    Gewerkschaft: Kapitalerhöhung bei Areva beschlossen

    Die umstrittene Kapitalerhöhung beim französischen Atomkonzern Areva ist laut Gewerkschaftsangaben unter Dach und Fach: Der Aufsichtsrat habe am Dienstag beschlossen, das Kapital des Staatskonzerns um 15 Prozent zu erhöhen, wie die Gewerkschaft UFSN CFDT in Paris mitteilte.

  • Stromtarife

    Frankreich baut riesige Uran-Anreicherungsanlage

    Mitten im idyllischen Rhône-Tal liegt das Herzstück von Frankreichs Atomindustrie. So groß wie 900 Fußballfelder ist die Atomfabrik von Tricastin, die vergangenes Jahr durch eine Serie von Störfällen in die Schlagzeilen geriet. Dort errichtet der Staatskonzern Areva nun die größte Uran-Anreicherungslage der westlichen Welt.

Top