HEAG: 140 Kunden von Zeus-Insolvenz betroffen

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
Von der Insolvenz der Hamburger Zeus Strom AG sind auch 140 frühere HEAG-Kunden betroffen. Sie schlossen mit der Zeus Strom AG einen Stromlieferungsvertrag ab. Nach Angaben des Darmstädter Energieversorgers HEAG hat Zeus aber nie Energie ins HEAG-Versorgungsnetz eingespeist. Der Strom, den die Zeuskunden erhielten, kam nach wie vor von der HEAG.

Zur weiteren Vorgehensweise gibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt: "Nachdem jetzt klar ist, dass die Zeus Strom AG nicht für den gelieferten Strom aufkommt, ist die HEAG leider gezwungen, die entstandenen Kosten direkt den Zeus-Kunden zu berechnen." Ein entsprechendes Schreiben haben alle 140 Betroffenen erhalten. Pressesprecher André Dillmann bietet an: "Wenn der Kunde bereits an Zeus gezahlt hat und dies auch noch nachweisen kann, kommen wir ihm finanziell entgegen." Zudem biete die HEAG allen früheren Kunden rückwirkend zum 1. Januar 2000 an, sie wieder zu ihren alten Konditionen zu beliefern.


Die Sachlage erklärt das Unternehmen so: "Wechselt ein Kunde zu einem neuen Anbieter, muss dieser das Stromverteilungsnetz des regionalen Stromversorgers nutzen, um den Kunden zu beliefern. Deshalb wird zwischen beiden Unternehmen ein Durchleitungsvertrag abgeschlossen. Voraussetzung für die Einspeisung ist, dass der Stromanbieter dem regionalen Stromversorger technische Informationen liefert. Etwa wo der Strom ins Versorgungsnetz eingespeist wird. Trotz mehrfachem Nachfragen von Seiten der HEAG wurden diese Angaben von Zeus nicht gemacht. Deshalb kam nie ein Vertrag zustande, und es wurde nie Strom von der Zeus Strom AG ins HEAG-Netz eingespeist. Trotz der Kündigung bei der HEAG bezogen die Zeus-Kunden die ganze Zeit über HEAG-Strom. Gemäß der gesetzlichen Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Elektrizitätsversorgung von Tarifkunden kommt durch den Stromverbrauch ein neuer Versorgungsvertrag mit der HEAG zustande. Die Kosten für den abgenommenen Strom müssen von den Kunden bezahlt werden."


Anmerkung der Redaktion: In einem Interview mit dem strom magazin am 10. Juli 2000 hat sich Ella Castello von der Hamburger Verbraucherschutzzentrale zu der Problematik des doppelten Zahlungen geäußert: "Der Regionalversorger hat einen Vertrag mit der Zeus Strom AG - für nicht gezahlte Rechnungen sind also nicht die Verbraucher, sondern die Zeus Strom AG zuständig", stellt die Hamburger Verbraucherschützerin klar. Die Kunden dürften auf keinen Fall zwei mal für ihren Strom bezahlen. (Den gesamtem Artikel finden Sie hier). Die Betroffenen sollten sich bei Bedarf an einen Rechtsanwalt oder eine Verbraucherschutzzentrale in der Nähe wenden.

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