Reform

Haushalt: Energieverbrauch soll besser gekennzeichnet werden

Das Bundeswirtschaftsministerium will sich künftig mehr für zusätzliche Anreize zur Entwicklung hocheffizienter Haushaltsgeräte einsetzen. Dazu soll die Kennzeichnung von elektrischen Haushaltsgeräten, momentan eine Skala von A (niedriger Verbrauch) bis G (hoher Verbrauch), weiterentwickelt werden.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Gemeinsam mit Geräteherstellern und der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) hat das Ministerium eine Studie zur Weiterentwicklung der Energieverbrauchskennzeichnung erstellen lassen. Die Ergebnisse wurden in der letzten Woche mit Verbraucher- und Umweltschutzverbänden diskutiert.

"Sparsame und intelligente Nutzung von Energie, ist für unser rohstoffarmes Land die erste Konsequenz aus den gestiegenen Energiekosten. Ich setze viel Vertrauen in den technischen Fortschritt. Um diesen zu fördern, müssen wir die Anreize richtig setzen", kommentierte Wirtschaftsminister Michael Glos.

Aufgrund der europaweit einheitlichen Kennzeichnungspflicht müssen die wichtigsten Haushaltsgeräte mit Angaben über den Stromverbrauch und andere Eigenschaften versehen werden. Der Stromverbrauch soll dabei in einer Skala von A (niedriger Verbrauch) bis G (hoher Verbrauch) angegeben werden. In den vergangenen zehn Jahren habe sich der Stromverbrauch der am Markt angebotenen Geräte, auch als Folge der Kennzeichnungspflicht, ganz erheblich reduziert, teilte das Ministerium mit. So würden beispielsweise neue Waschmaschinen im Durchschnitt 34 Prozent weniger Strom als noch vor zehn Jahren verbrauchen. Bei Kühl- und Gefriergeräten seien es sogar 40 Prozent, bei Geschirrspülern 36 Prozent.

Mittlerweile sei die überwiegende Zahl der angebotenen Geräte in den obersten Verbrauchsklassen "A" oder "B" angekommen. Ein Anreiz zur Entwicklung noch effizienterer Geräte besteht daher zur Zeit kaum noch, bemängelt Wirtschaftsminister Michael Glos. Das Potenzial für weitere Energieeinsparungen sei aber gegeben. Daher müsse die Kennzeichnung überarbeitet werden. Geplant ist eine Neujustierung der Skala und eine stärker an den tatsächlichen Verbrauchsgewohnheiten orientierte Messsystematik.

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