Virtuelles Kraftwerk

Harz wird Modellprojekt für regenerative Energien

Der Harz soll zu einem Modellprojekt für regenerative Energien werden. Damit werde erforscht, ob der Harzkreis durch ein regionales "virtuelles Regenerativkraftwerk" mit erneuerbaren Energien ebenso sicher wie derzeit durch konventionelle Kraftwerke versorgt werden könne, sagte Heinrich Bartelt, Vertreter des Projektrats "Regenerative Modellregion Harz".

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Wendefurth (ddp-lsa/sm) - Den Kern des virtuellen Regenerativkraftwerks bilden Bartelt zufolge der Windpark Druiberg bei Dardesheim und das Pumpspeicherwerk bei Wendefurth, das als "Riesenbatterie funktionieren soll, wenn die Windräder bei Flaute stehen bleiben". Auch Biogas- und Solaranlagen im Harzkreis würden in das Modellprojekt einbezogen. Es sei auf vier Jahre angelegt. Bartelt rechnet "im ersten Jahr mit reiner Grundlagenforschung, bevor Geschäftsmodelle entworfen werden und im letzten Jahr die praktische Umsetzung ausprobiert wird".

Nachdem führende deutsche Hersteller von Wind-, Solar- und Biogasanlagen in diesem Jahr das bundesweite regenerative Kombikraftwerk rein theoretisch erfolgreich demonstriert hätten, handele es sich nun um die erste Region, in der das praktisch ausprobiert werde, sagte Bartelt. "Es ist spannend und etwas ganz Neues", dass sich große konventionelle wie regenerative Energieerzeuger in diesem Projekt gleichermaßen engagierten. "Intelligente Stromzähler, in denen unterschiedliche Tarife eingespeichert sind, sind ein Beispiel, wie Verbraucher zu einer für das Netz günstigen Energieabnahme motiviert werden sollen."

Über die Kopplung von Wind- und Wasserkraft werde bereits international diskutiert. "In den Alpen und Skandinavien gibt es riesengroße Wasserspeicherkraftwerke, die maßgeblich dazu beitragen könnten, einen Großteil der gesamten europäischen Windenergie zu puffern", erklärte Bartelt. Im Harzer Modellprojekt werde deshalb auch untersucht, wie die künftigen Netze unter den Bedingungen hoher Einspeisung regenerativer Energien errichtet und betrieben werden müssten und der nicht von den Verbrauchern der Region abgenommene Strom exportiert werden könne.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Ökostromrechner

    Kabinett segnet Ökostrom-Reform ab

    Wie geht es weiter mit dem Ökostrom-Ausbau in Deutschland? Lange konnten sich Bund und Länder nicht einigen, aber nun hat sich die EEG-Reform auch ihren Weg durch das Bundeskabinett gebahnt.

  • Naturstrom

    EEG-Reform: Neue Regeln für Windenergie geplant

    Für die Windenergie wird es mit der Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes im kommenden Jahr Änderungen bei der Förderung geben. Ähnlich wie es bereits für den Sonnenstrom gilt, soll die Höhe der Förderung über Ausschreibungen festgelegt werden.

  • Energieversorung

    Saarland bis 2030 komplett mit Ökostrom versorgen

    Bis zum Jahr 2030 könnte das Saarland einer Studie zufolge seinen Strom vollständig aus erneuerbaren Energien beziehen. Es gebe ausreichende Flächen und zuverlässige Techniken, um eine rein regenerative Stromversorgung zu erreichen, sagte Matthias Willenbacher, Autor der Studie.

  • Strom sparen

    BDEW: Atomkraft und Kohle für Versorgungssicherheit

    Atom- und Braunkohlekraftwerke stellten 2007 knapp ein Drittel der Kraftwerkskapazitäten der deutschen Energiewirtschaft. Sie lieferten jedoch nahezu die Hälfte des Stroms in Deutschland, da sie rund um die Uhr für die Grundlast des Stromverbrauchs arbeiten, so der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

  • Strompreise

    Branche erwartet 40 Prozent Ökostrom-Anteil bis 2020

    Die Erneuerbare Energien-Branche sieht sich im Aufwind und hat ihre Prognose angehoben. 2020 kämen bereits mehr als 40 Prozent des erzeugten Stroms aus grünen Quellen, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), Björn Klusmann, dem Wirtschaftsmagazin "Capital".

Top