Aufspaltung

Harpen AG gibt Energiegeschäfte an RWE ab

Der Energiekonzern RWE will seine traditionsreiche Tochtergesellschaft Harpen aufspalten und nach einer Neuausrichtung verkaufen. Das bisherige Harpen-Geschäft mit regenerativen Energien wird in die Erzeugungstochter RWE Power integriert, die dezentralen Energie-Aktivitäten gehen auf RWE Energy über.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Dortmund (ddp-nrw/sm) - Die Harpen AG wird ihre Energiegeschäfte an den Mutterkonzern RWE abgeben und sich in Zukunft auf das Immobiliengeschäft konzentrieren. Dies beschloss der Harpen-Aufsichtsrat am Montag in Dortmund in einer außerordentlichen Sitzung. Geplant ist zudem der Verkauf der Konzerntochter durch RWE, wie das Unternehmen mitteilte.

Die RWE-Tochter, die derzeit etwa 690 Mitarbeiter zählt, wird ihre regenerative Energieerzeugung an RWE Power abgeben. Das dezentrale Energiegeschäft soll auf RWE Energy übergehen. Technisch solle die Integration im Wege der Abspaltung erfolgen, hieß es. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nach jetzigem Stand nicht geben, die aufnehmenden Gesellschaften werden auch die Mitarbeiter der Harpen AG übernehmen.

Um die anstehende Neuausrichtung umzusetzen, beschloss der Aufsichtsrat zudem, den Vorstand der Harpen AG um ein weiteres Mitglied zu verstärken. Dazu wurde Jürgen Bremer bestellt.

Harpen wurde 1856 als Bergbaugesellschaft gegründet. 1870 wurde die Harpen-Aktie an der Berliner Börse eingeführt. Das Unternehmen galt damit bislang als die älteste deutsche börsennotierte Aktiengesellschaft. In diesem Jahr wurde das Unternehmen vollständig in RWE eingegliedert. Im Konzern war Harpen bis 2003 Führungsgesellschaft für regenerative und dezentrale Energien, verlor diesen Status aber mit der vom RWE-Vorstandsvorsitzenden Harry Roels initiierten Neuausrichtung des Energieversorgers.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromrechnung

    Talfahrt bei RWE und Eon: Gibt es noch Lichtblicke?

    Die beiden Stromriesen RWE und Eon stecken in der Klemme. Beim Umstieg auf erneuerbare Energien hinken beide Firmen hinterher. Werden das bald die Stromkunden mit steigenden Preisen ausbaden müssen?

  • RWE

    RWE rutscht weiter ab - Verbraucherpreise bleiben stabil

    Bei RWE sinken zwar die Gewinne, so schlecht wie dem Konkurrenten Eon geht es dem zweitgrößten Energiekonzern Deutschlands aber noch lange nicht. So musste RWE kein Abschreibungen auf seine Kraftwerke vornehmen. Außerdem profitiert das Unternehmen von dem Verkauf der Gasfördertochter Dea zu Beginn des Jahres.

  • Energieversorung

    Wirtschaft gegen Ausstieg aus Kernkraft

    Im Umfeld der Koalitionsgespräche verschärft die Wirtschaft ihre Haltung in der Energiepolitik. Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) verlange, die Begrenzung der Laufzeiten von Atomkraftwerken "aufzuheben", berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf ein ihr vorliegendes internes BDI-Papier.

  • Strom sparen

    RWE: Positive Reaktionen auf Wasserausgliederung

    Der Essener Energiekonzern RWE steht angeblich vor einer Neuordnung seiner Wasseraktivitäten. Nach Informationen der "Berliner Zeitung" sollen große Teile der Sparte abgespalten und an die Börse gebracht werden. Der Aktienkurs des DAX-Unternehmens erhielt Impulse, Analysten zeigten sich angetan.

  • Hochspannungsleitung

    Kritik an geplanter Strompreiserhöhung durch RWE und E.ON

    Die Energiekonzerne E.ON und RWE planen einem Bericht der "Berliner Zeitung" zufolge zum Jahreswechsel Strompreiserhöhungen. In diesen Tagen werden laut "BZ" nahezu alle regionalen Versorgungstöchter der beiden Konzerne die Genehmigung für Tariferhöhungen zum 1. Januar beantragen.

Top