Vorreiter

Hannovers städtische Gebäude auch zukünftig atomstromfrei

In einem europaweiten Verfahren hatte die niedersächsische Landeshauptstadt die Vergabe für die atomfreie Stromversorgung der städtischen Gebäude ausgeschrieben. Das Ergebnis war überraschend: Einziger Bieter waren die Stadtwerke Hannover AG. Und das zu einem vergleichsweise günstigen Preis.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) - Die Stadt Hannover hatte erstmalig den Strombedarf aller öffentlichen Gebäude europaweit ausgeschrieben. In die Vorgaben wurden auch qualitative Kriterien einbezogen, um das Ergebnis auch ökologisch vertretbar zu machen. Nach entsprechenden Urteilen des Europäischen Gerichtshofes können Umweltkriterien in die Ausschreibung aufgenommen werden. Das noch weitergehende Kriterium "regenerativer Strom" wurde bewusst nicht in die Ausschreibung aufgenommen, da wegen des Verbots der Doppelförderung bereits nach dem Energieeinspeisegesetz geförderter Strom vom Verfahren ausgeschlossen würde.

An der Ausschreibung hatten sich auch die städtischen Eigenbetriebe und die Region Hannover mit deren Krankenhäusern und dem Zweckverband Abfallwirtschaft beteiligt, sodass die Gesamtausschreibung jährlich 80 Gigawattstunden Strom umfasste. Das entspricht dem Stromverbrauch von etwa 23.000 durchschnittlichen hannoverschen Haushalten.

Das Ergebnis der Ausschreibung sei in zweierlei Hinsicht für die Vergabekommission überraschend gewesen, hieß es nun aus Hannover: Zum einem sei die einzige Bieterin die zu 76 Prozent der Stadt gehörende Stadtwerke Hannover AG, die mit eigenen überwiegend in Wärme-Kraft-Kopplung betriebenen Kraftwerken atomfreien Strom erzeugt. Zum anderen sei es für den Finanzhaushalt erfreulich, dass das Ergebnis für Hannover günstiger ausfällt als für drei andere öffentliche Auftraggeber, die in ihren zum Vergleich herangezogenen vor kurzem durchgeführten Ausschreibungen Atomstrom nicht ausgeschlossen hatten.

Wirtschafts- und Umweltdezernent Hans Mönninghoff: "Dieses Ausschreibungsergebnis ist ein gutes Beispiel dafür, dass Wirtschaft und Umwelt in Einklang gebracht werden können. In Hannover bleiben die städtischen Gebäude atomstromfrei und wir sparen auch noch Geld!"

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