Handyortung
Was ist eigentlich eine "stille SMS"?
Die Sicherheitsbehörden haben etwa in Hamburg in den vergangenen Jahren häufiger Telefone überwacht und Handys geortet. Dabei wird ein Verfahren genutzt, dass sich "stille SMS" nennt. Der Handybesitzer bekommt davon nämlich nichts mit.
Hamburg (dapd/red) - Stille SMS sind Handynachrichten, die der Ortung des Telefons dienen. Sie wurden bei der Entwicklung des GSM-Netzes eingeführt, um die Leistungsfähigkeit des Systems zu testen. Es handelt sich um Nachrichten, deren Empfang vom Mobiltelefon quittiert wird, ohne dass der Benutzer etwas davon mitbekommt. Dabei kann der Mobilfunkanbieter genau erfassen, in welche Funkzelle das Telefon zum Zeitpunkt des Empfangs eingebucht ist.
Wie viele stille SMS in Hamburg versendet wurden
Sicherheitsbehörden nutzen dieses Verfahren, um Handys zu orten. Dabei werden stille SMS in regelmäßigen Abständen an das Telefon geschickt, um den Standort und Bewegungen des Nutzers abzulesen. Für Hamburg hatte in dieser Woche eine Kleine Anfrage ergeben, dass Verfassungsschutz und Polizei im Jahr 2010 zusammen 134.706 so genannte stille SMS versendet haben. Es ist das erste Mal, dass hierfür eine Gesamtzahl vorliegt.
Wann eine Handyortung gesetzlich erlaubt ist
Während die Innenbehörde und die Polizei am Donnerstag nicht für eine Erklärung zu erreichen waren, verteidigte der Verfassungsschutz den Einsatz der Handyortung bei der Extremismusbekämpfung. "Es müssen für eine Ortung durch uns immer zwei Dinge zusammenkommen: Erstens eine deutliche und klare extremistische Gesinnung und zweitens der Verdacht, dass eine schwere Straftat begangen wurde oder geplant ist", sagte der Leiter des Hamburger Landesamtes für Verfassungsschutz, Manfred Murck, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd.
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