Handelsblatt-Tagung: Kein Wettbewerb auf dem Strommarkt

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
Noch bis morgen findet die Handelblatt-Tagung zur Energiewirtschaft statt. Schon gestern bei der Eröffnung in Düsseldorf war klar, dass es einen Wettbewerb auf dem Strommarkt derzeit noch nicht gibt. Sowohl Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos), als auch der Bundesverband der Energieabnehmer (VEA) und der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) haben deshalb nochmals einen schnellen Ausbau des Wettbewerbs bei Strom und Gas eindringlich gefordert.


Der Wirtschaftsminister kündigte erneut eine staatliche Regelung an, wenn der Wettbewerb nicht bald ausgebaut werde. Auch der VEA forderte die Einsetzung einer Regulierungsinstanz, um einen transparenten und diskriminierungsfreien Netzzugang zu gewährleisten. Schon seit Monaten zeigt sich, dass der liberalisierte Strommarkt nur schleppend funktioniert. VEA, VIK und vor allem die neuen Stromanbieter beschweren sich über Behinderungen der etablierten Energieversorger, die Vertragsabschlüsse und Durchleitungsverhandlungen unbegründet immer wieder verzögern. Die Höhe der Netznutzungsentgelte stößt zudem auf herbe Kritik. In einer aktuellen Vergleichsstudie des VEA kommen erhebliche Preisunterschiede zu Tage, die im Einzelfall bis zu 300 Prozent betragen können.


Noch weit weniger fortgeschritten ist die Liberalisierung des Gasmarktes. Wie der VIK bekannt gab, hätten erst 19 Prozent der Betreiber ihre Durchleitungsgebühren offengelegt, in der Verbändevereinbarung Gas fehle gar eine entfernungsunabhängige Netznutzung. Das Fazit: Es gibt noch viel zu tun.

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