Stromstreit

Handelsblatt: Strompreis sorgt für Eklat in der Industrie

Nach einem Bericht des Handelsblatts wird der Streit zwischen Energieversorgern und ihren Industrieabnehmern heftiger. Grund hierfür sind die stark gestiegenen Strompreise. Jetzt wird der Energieausschuss des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) in Frage gestellt.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - Auslöser ist die offene Position des Ausschuss-Vorsitzenden. Der langjährige Amtsinhaber Werner Marnette hatte seinen Posten im August niedergelegt hatte und eine Nachfolge ist nach Informationen der Zeitung nicht in Sicht. Marnette hatte den vier großen Stromkonzernen im Juni vorgehalten, sie hätten den deutschen Markt "quasi aufgeteilt in vier Besatzungszonen". Es finde kein Wettbewerb statt, kritisierte der langjährige Vorsitzende des BDI-Energieausschusses.

Der Konflikt zwischen den energieintensiven Betrieben und den Stromerzeugern schwele seit Monaten, so das Handelsblatt. Die industriellen Verbraucher werfen den vier großen Energiekonzernen Eon, RWE, Vattenfall und EnBW vor, die Strompreise in Deutschland künstlich in die Höhe zu treiben. Die im Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) zusammengeschlossenen Energieversorger hielten dagegen, die Preise an der deutschen Strombörse EEX in Leipzig entwickelten sich parallel zum aktuellen Trend an allen europäischen Börsenplätzen. Die Großkunden aus der Industrie hätten es versäumt, sich gegen die Preissteigerungen abzusichern. Die Verbraucher hätten damals jedoch auf weiter sinkende Preise spekuliert und sich verspekuliert, sagte ein Energiemanager dem Handelsblatt.

Aus dem Umfeld des BDI heißt es nun, die Konfliktsituation zwischen Erzeugern und Verbrauchern habe sich enorm zugespitzt. Der Industrieverband bemühe sich darum, zwischen beiden Seiten zu vermitteln. Im Moment sei jedoch kein Kompromiss zu sehen. Daher sei nun die Politik gefordert.

Weiterführende Links
  • Der vollständige Artikel im Handelsblatt
Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromrechnung

    Talfahrt bei RWE und Eon: Gibt es noch Lichtblicke?

    Die beiden Stromriesen RWE und Eon stecken in der Klemme. Beim Umstieg auf erneuerbare Energien hinken beide Firmen hinterher. Werden das bald die Stromkunden mit steigenden Preisen ausbaden müssen?

  • Index

    Stellenabbau bei RWE & Co.: Tausende Jobs fallen weg

    Den deutschen Energieversorgern RWE, Eon und EnBW geht es an den Kragen und damit auch seinen Angestellten. Bei allen drei Unternehmen stehen Sparmaßnahmen an, die unter anderem Stellenstreichungen und Gehaltskürzungen nach sich ziehen.

  • Strom sparen

    VDEW: Stromkunden nutzen Wettbewerb

    Der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) berichtet, dass seit der Liberalisierung des Strommarktes vor allem Industriebetriebe die Angebote des Marktes nutzen. Privathaushalte hätten sich besonders für neue Produkte ihres bisherigen Lieferanten entschieden.

  • Stromtarife

    dena: Klimaschutz gibt es nicht umsonst

    Ist der Emissionshandel an den hohen Strompreisen schuld? Diese Frage diskutierten in dieser Woche Vertreter aus Energiewirtschaft, Industrie und Wissenschaft im Rahmen eines Expertengesprächs, zu dem die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) eingeladen hatte. Hierbei wurden die verschiedenen Effekte des Emissionshandels deutlich.

  • Hochspannungsleitung

    Erneuerbare Energien sollen Strom- und Benzinpreise senken

    Der Weg aus der Abhängigkeit vom Öl ist - zumindest nach Auffassung des Bundesverbandes Erneuerbarer Energien (BEE) - ganz einfach: Die Nutzung erneuerbarer Energieträger verstärken und die Energieeffizienz erhöhen. Damit wären die Verbraucher zudem unabhängig von steigenden Preisen.

Top