Handelsblatt-Jahrestagung zur Energiewirtschaft - Thema Umweltschutz - Politiker sind sich einig: Kein "schmutziger" Strom aus Osteuropa

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com
Im Rahmen der 8. Handelsblatt-Jahrestagung zur Energiewirtschaft, die heute in Berlin zu Ende gegangen ist, hat sich Bundeswirtschaftsminister Werner Müller gegen den Export von günstigem Strom aus Osteuropa ausgesprochen. Es gehe nicht an, so Müller wörtlich, den unsauber und unsicher produzierten Strom zu importieren, wenn man in der Bundesrepublik Deutschland dafür umweltfreundliche und sichere Anlagen schließen müsse.



Müller forderte die Europäische Kommission auf, bei Stromimporten eine ökologische Wechselseitigkeit sicherzustellen oder Importe von "schmutzigem Strom" zu verhindern. Ansonsten seien entsprechende nationale Gesetze erforderlich, so Müller.



Den Fokus auf Energie und Umwelt legte auch Manfred Remmel, Vorstandsmitglied der RWE AG, in seinen Ausführungen. Nach der Fusion mit VEW habe sich RWE in Richtung Multi Utilitiy neu orientiert, so Remmel. Das Kerngeschäft bestehe nun aus vier Bereichen: Strom, Gas, Wasser/Abwasser sowie Abfall/Recycling. In Zusammenarbeit mit Siemens und MTU, blickte Remmel zurück, wurden im Rahmens eines Brennstoffzellenprojekts zwei Demo-Anlagen zur Erprobung unterschiedlicher Technologien errichtet. Er erwarte, dass langfristig zehn Prozent des Strombedarfs mit umweltfreundlicher Brennstoffzellentechnologie gedeckt werden können.



Dr. Otto Majewski, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der E.ON Energie AG, merkte zum Thema "Multi Utilitiy" übrigens an, dass RWE hier einen Schritt weiter sei, der Rückstand aber "zügig" aufgeholt werden solle.



CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer sprach sich für mehr Anreize im Bereich der erneuerbaren Energien aus, wobei er aber auch das Festhalten an der Kernenergie als Beitrag zum Klimaschutz betonte - und diesbezüglich freilich auf Widerrede bei der Grünen-Politikerin Angela Hustedt stieß. Die energiepolitische Sprecherin der Bündnisgrünen verspricht sich "eine massive Senkung" des CO2-Ausstosses weniger vom Festhalten an der Atomkraft, als vielmehr durch eine Förderung regenerativer Energien sowie der Energieeinsparung. Auch gelte es, die fossilen Energien effizienter zu nutzen. Weiterhin, so Hustedt, spiele der geplante Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) eine wichtige Rolle.



Wirtschaftsminister Müller wiederum gab sich distanziert gegenüber der geplanten Quotenregelung zur Förderung der KWK. Er betonte aber, dass die vorgesehene Regelung der Bundesregierung auf eine Reduzierung der CO2-Emissionen ziele. Dies bedeute aber nicht zwangsläufig eine Verdopplung des KWK-Anteils an der Stromerzeugung. Müller verwies in diesem Zusammenhang auf das Angebot Schröders an die Energiewirtschaft, einen Alternativvorschlag zur Senkung der CO2-Emmission um 23 Millionen Tonnen, die durch den KWK-Ausbau eingespart werden könnten, einzureichen.

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