Drohgebärden

Handel mit Öl scheint in Gefahr

Der weltweite Handel mit Öl ist derzeit gefährdet. Grund sind die Spannungen zwischen dem Iran und der internationalen Gemeinschaft, zu der auch Deutschland und die USA gehören. Die Drohungen aus dem Teheran, den Ölexport nicht weiter zu ermöglichen, macht die Fragilität der Weltwirtschaft deutlich.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Dubai (afp/red) - Die Straße von Hormus ist bei einer Breite von nur 50 Kilometern und einer Tiefe von nicht mehr als 60 Metern das Nadelöhr des Ölhandels. Durch die strategisch wichtige Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman laufen rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels.

Iranische Drohungen gefährden Weltwirtschaft

Mit der Drohung, dass im Falle weiterer Sanktionen gegen den iranischen Ölexport "kein Tropfen Öl" die schmale Seestraße zwischen dem Oman und dem Iran passieren werde, sorgt Teheran derzeit für Spannungen. Denn sollte der Iran dies in die Tat umsetzen, würde der Ölpreis unmittelbar in die Höhe schießen und schon bald würde der Weltwirtschaft der Treibstoff ausgehen.

Hintergründe

Der Iran hatte Ende 2011 mit einer Schließung der Meerenge zwischen Hormus und dem Persischen Golf gedroht, sollte das Land weiterhin durch internationale Sanktionen "bedroht" werden. Der Rohöl-Export aus Teheran nach Europa, in die USA und weitere Staaten würde dann stillstehen. Allerdings will sich die internationale Gemeinschaft nicht erpressen lassen. Schließlich sind die Befürchtungen groß, dass im Iran unerlaubt Atomwaffen gefertigt werden.

Experten sehen potentielle Gefahr in Irans Drohung

Der Iran verfügt nur über eine begrenzte Hochseeflotte, hat jedoch zahlreiche Schnellboote, U-Boote und Minen. Nach Ansicht von Militärexperten könnte die iranische Marine, die zur Demonstration ihrer Stärke gerade ein Seemanöver in der Region abgehalten hat, zumindest einen Teil der Seestraße verminen. Demnach könnte es Tage oder Wochen dauern, bevor die Meerenge wieder für den Handelsverkehr passierbar wäre. Zudem bestünde die Gefahr, dass sich der Konflikt rasch zu einem Krieg ausweitet.

Iran hat auch ein Eigeninteresse

Allerdings ist die iranische Marine und Luftwaffe nach Ansicht der Experten einer Konfrontation mit den USA nicht gewachsen. Ein weiterer Grund, warum der Iran wohl auf die Verminung verzichten dürfte, ist, dass das Land selbst für seinen Ölexport auf die Seestraße angewiesen ist. Experten erwarten daher, dass es vorerst nur bei Drohungen bleibt.

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