Nach Frankreich

Hanauer Plutoniumlager geräumt

Gestern wurden die letzten Brennstäbe aus dem staatlichen Hanauer Plutoniumlager abtransportiert. Sie sollen in Frankreich für den Einsatz in Atomkraftwerken verarbeitet werden. Der Großteil der in Hanau gelagerten Brennelemente war für den "Schnellen Brüter" in Kalkar vorgesehen, dieser ging aber nie in Betrieb.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hanau/Salzgitter (ddp-hes/sm) - 24 Jahre nach seiner Einrichtung wurde das staatliche Hanauer Plutoniumlager geräumt. Wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) mitteilte, wurden gestern die letzten plutoniumhaltigen Brennstäbe aus dem Bunker abtransportiert. Sie sollen in Frankreich für den Einsatz in Atomkraftwerken weiter verarbeitet werden.

Mit der Räumung sei Hanau nunmehr "plutoniumfrei" und die Plutoniumwirtschaft in Deutschland "endgültig beendet", betonte BfS-Präsident Wolfram König. Der Großteil der in Hanau gelagerten Brennelemente war ursprünglich für den "Schnellen Brüter" in Kalkar vorgesehen. Dort kamen sie aber nicht zum Einsatz, weil der Reaktor nie in Betrieb ging.

2001 einigte sich der Bund mit der Siemens AG - auf deren Gelände der Atombunker liegt - darauf, das Lager bis spätestens 2008 zu räumen. Die Entsorgung des radioaktiven Inventars kostet laut Bundesamt knapp 240 Millionen Euro, wovon der Bund etwa ein Drittel trägt.

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