Sammelklage

Hamburger E.ON-Kunden klagen gegen Gaspreiserhöhung

52 Kunden von E.ON Hanse haben eine Sammelklage gegen die Gaspreiserhöhungen beim Landgericht Hamburg eingereicht. Koordiniert wird das Projekt von der Verbraucherzentrale in Hamburg, der streitige Jahreserhöhungsbetrag liegt für die Kläger bei durchschnittlich 136 Euro, der Streitwert damit bei knapp 25 000 Euro.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamburg (ddp-nrd/sm) - Gegen Preiserhöhungen bei Gas haben 52 Kunden von E.ON Hanse eine Sammelklage beim Landgericht Hamburg eingereicht. Mit der Klage beantragten die Kunden die gerichtliche Feststellung, dass sie den verlangten erhöhten Preis nicht zahlen müssen, wie die Verbraucherzentrale Hamburg am Dienstag mitteilte. Die Verbraucherzentrale koordiniert und unterstützt die erste Sammelklage gegen einen Energieversorger.

E.ON Hanse hatte die Gaspreise zunächst um etwa zehn Prozent zum 1. Oktober 2004 und um weitere 2,8 Prozent zum 1. Februar 2005 erhöht. Der streitige Jahreserhöhungsbetrag liegt für die Kläger den Angaben nach bei durchschnittlich 136 Euro, der Streitwert der Sammelklage bei 24 738 Euro.

Der Klage vorausgegangen war ein Aufruf der Verbraucherzentrale, die Gaspreiserhöhungen nicht zu zahlen. Obwohl mehr als 10 000 E.ON-Hanse-Kunden diesem Aufruf gefolgt seien, habe das Unternehmen die Verweigerer bisher nicht auf Zahlung verklagt, erläuterte Günter Hörmann, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Hamburg. "E.ON Hanse fürchtet, die Karten auf den Richtertisch legen zu müssen, und hofft, dass am Ende nur wenige Verweigerer stur bleiben", sagte Hörmann weiter.

Laut Rechtsanwalt Joachim Bluhm ist die Klage gut begründet, weil es eine Ölpreisbindung in den Verträgen mit den Verbrauchern nicht gebe. Auch seien die Gaseinkaufspreise nicht gestiegen. "Tatsächlich hat E.ON Hanse gewaltige Gewinnzuwächse erzielt", sagte Bluhm.

Die E.ON-Tochter E.ON Hanse zählt eigenen Angaben nach zu den größten regionalen Energiedienstleistern in Deutschland. Das Unternehmen hat mehr als 1,2 Millionen Strom- und Gaskunden in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

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