Machbarkeitsstudie

Hamburg: Landstromversorgung von Kreuzfahrtschiffen möglich

Im Hamburger Hafen ist die Versorgung von Kreuzfahrtschiffen mit Strom vom Land aus möglich. Die Gesamtkosten für eine entsprechende Landstromanlage würden voraussichtlich rund 24 Millionen Euro betragen, wie aus einer am Montag vom Industrieverband Hamburg (IVH) vorgestellten Machbarkeitsstudie hervorgeht.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp-nrd/red) - Eine in der Expertise angedachte Anlage könnte zwei Liegeplätze umfassen, mit denen Kreuzfahrtschiffe in der HafenCity mit einer Leistung von bis zu 16 Megavolt vom Land aus versorgt werden könnten. Der IVH-Vorsitzende Frank Horch wies darauf hin, dass die Expertise "eine maßgeschneiderte Lösung" für das Kreuzfahrtterminal sei und nicht für andere Stellen im Hafen gelte.

Internationaler Standard für Landstromanschlüsse angestrebt

Die Studie habe mit einer leicht ansteigenden Anlaufzahl von Kreuzfahrtschiffen und mit jährlich 60 bis 80 Anläufen kalkuliert. Dies sei eine der Prämissen, unter denen das Projekt "sinnvoll realisierbar" sei. Ferner sei es das Ziel, in den Jahren 2010 und 2011 international einen technischen und finanziellen Standard für Landstromanschlüsse zu entwickeln. IVH-Angaben zufolge seien in der Expertise gemeinsam mit den Unternehmen Germanischer Lloyd, Siemens und Vattenfall die wichtigsten Fragen zu Landstromversorgung erörtert worden.

Stromversorgung vom Land senkt Schadstoffausstoß

Die Umweltbehörde nahm die vorgelegte Studie positiv auf. "Schiffe tragen zunehmend zur Luftverschmutzung in den Hafenstädten bei. Deshalb ist es gut, dass mit der Studie die Machbarkeit einer landseitigen Energieversorgung näher konkretisiert wurde", sagte Umweltstaatsrat Christian Maaß (GAL). Gerade in der Nähe von Wohnungen und Büros werde eine landseitige Stromversorgung der Schiffe langfristig wichtig sein, um die EU-Grenzwerte für Stickstoffdioxid einhalten zu können.

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