Teure Befreiungsaktion

Haftpflicht zahlt nicht für Hunderettung

Für eine aufwändige Hunderettung muss ein Frauchen 10.000 Euro zahlen. Ihr Terrier war in einem Dachsbau gefangen und konnte erst nach Stunden befreit werden. Da keinem Dritten ein Schaden entstanden ist, springt die Haftpflicht hier nicht ein.

Hundehaftpflicht© laszlolorik / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Für die aufwändige Rettung ihres Hundes muss eine Berlinerin den Rettungskräften 10.000 Euro bezahlen. Auf diese Summe einigte sich die Tierärztin am Mittwoch vor dem Verwaltungsgericht in Berlin mit der Feuerwehr. Die Einsatzkräfte hatten den Terrier Skipper im November 2012 erst nach einem stundenlangen Einsatz aus einem Dachsbau im Tegeler Forst befreien können. Dabei waren 23 Feuerwehrleute und fünf Fahrzeuge samt Ausrüstung im Einsatz - die Feuerwehr stellte der Hundehalterin dafür 13.000 Euro in Rechnung.

Haftpflicht zeigt sich kompromissbereit

Dagegen hatte die 46-Jährige geklagt. Vor Gericht argumentierten sie und ihr Anwalt, dass zehn Feuerwehrleute ausgereicht hätten. Das beklagte Land Berlin sagte schließlich zu, ein Fahrzeug samt Personal weniger zu berechnen. 5000 Euro übernehme zudem die Haftpflichtversicherung der Frau, sagte der Anwalt der Klägerin während der Verhandlung.

Das Verwaltungsgericht musste damit nicht mehr die Voraussetzungen des Erstattungsanspruchs der Feuerwehr klären. Geregelt ist der Anspruch im Berliner Feuerwehrgesetz, das auf die Gefährdungshaftung für Tiere im Bürgerlichen Gesetzbuch verweist. Danach haften Halter für Personen- und Sachschäden, die ihr Tier verursacht.

Wann zahlt die Tierhalter-Haftpflicht?

Die Haftpflicht springt grundsätzlich dann ein, wenn ein Hund Schäden anrichtet, erklärt dazu Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Das gilt zum Beispiel, wenn der Hund auf die Straße rennt und einen Verkehrsunfall verursacht. Besitzer sollten deshalb auf eine Tierhalter-Haftpflicht nicht verzichten. Muss der Hund aber gerettet werden, können Kosten, die durch den Einsatz entstehen, nicht an die Versicherung weitergereicht werden.

Die Haftpflichtversicherung ist dafür nicht gedacht. "Denn in diesen Fällen ist ja einem Dritten kein Schaden entstanden."

Quelle: DPA

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