Fehlerteufel

Häufige Fehler bei der Nebenkostenabrechnung

Vor der Nebenkostenabrechnung fürchten sich die meisten Mieter, weil mit ihr häufig Nachzahlungen verbunden sind. Leider sind die darauf angegebenen Werte für viele undurchsichtig und schwer nachzuvollziehen. Tatsächlich weisen die meisten Abrechnungen Fehler auf, berichten Experten von Mineko.

Heizung© L osiris59 / Fotolia.com

Berlin (red) – Bei der Nebenkostenabrechnung sind viele Verbraucher verunsichert. Für einen Laien ist es nicht ganz einfach, eine Betriebskostenabrechnung aufzuschlüsseln und auf ihre Richtigkeit hin zu prüfen. Bei einem Rückblick der Mineko GmbH, die Überprüfungen von Betriebskostenabrechnungen anbietet, wurden unter 1.000 eingereichten Abrechnungen bei 85 Prozent Fehler entdeckt. Die durchschnittliche Ersparnis lag bei 250 Euro. Die wichtigsten Fehler lassen sich auch ohne Fachwissen entdecken, so die Experten von Mineko.

Fehler bei der Nebenkostenabrechnung: Nutzerwechselgebühr

Zahlreiche Vermieter versuchen nämlich im Falle eines Umzugs, die sogenannte Nutzerwechselgebühr, d. h. die Kosten für die Erfassung des Energieverbrauchs (z. B. für die Zählerablesung), auf ihre Mieter umzulegen. Dabei zählen diese zu den Verwaltungskosten, die grundsätzlich nicht umlagefähig sind. Eine Ausnahme ist deshalb rechtlich nur dann möglich, wenn die Nutzerwechselgebühr explizit im Mietvertrag berücksichtigt wird.

Instandhaltungs- und Wartungskosten

Auch lohnt es sich, die einzelnen Positionen der Abrechnung daraufhin zu kontrollieren, ob sie Instandhaltungs-, Instandsetzungs- und Wartungskosten enthalten, die ebenfalls nicht umlagefähig sind, solange sie einmalig anfallen. Reparaturen, die aufgrund von Alterung und Abnutzung nötig werden, darf der Vermieter seinen Mietern also grundsätzlich nicht in Rechnung stellen, außer es ist im Mietvertrag ausdrücklich vorgesehen.

Vorsicht bei den Heizkosten

Zudem bietet insbesondere bei der Heizkostenabrechnung häufig der Verteilerschlüssel Grund zur Beanstandung. Mit diesem verteilt der Vermieter die Gesamtkosten für sein Mietobjekt auf die unterschiedlichen Mietparteien. Oft wird hier vollständig entweder nach Verbrauch oder nach Wohnraumfläche abgerechnet, obwohl die Heizkostenverordnung vorschreibt, dass die Kosten zu mindestens 50 und höchstens 70 Prozent nach Verbrauch umgelegt werden dürfen, während der Rest verbrauchsunabhängig abgerechnet werden muss. Der Mieter profitiert in diesem Zusammenhang insbesondere dann, wenn der Vermieter den Verbrauch nicht berücksichtigt hat, denn in diesem Fall darf die Heizkosten- und Warmwasserrechnung pauschal um 15 Prozent gekürzt werden.

Prinzipiell lohne es sich immer, die Nebenkostenabrechnung einer kritischen Kontrolle zu unterziehen, so Mineko, denn die Fehler tauchten in der überwiegenden Mehrzahl der geprüften Abrechnungen auf – und das unabhängig davon, ob diese von privaten oder gewerblichen Vermietern erstellt wurden.

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