Bericht

Hacker griffen Sony von Bangkok aus an

Der Hackerangriff auf Sony Pictures dürfte Geschichte schreiben. Recht ungewöhnlich ist ein Hackerangriff, bei dem so große Mengen an Geschäftsdaten geplündert werden konnten. Einem Bericht zufolge ist die Attacke auf ein Hotel in Thailand zurückgeführt worden.

Datenmissbrauch© Jürgen Fälchle / Fotolia.com

New York (dpa/red) - Der verheerende Cyberangriff auf Sony Pictures ist laut einem Medienbericht zu einem Luxus-Hotel in Thailand zurückverfolgt worden. Die Hacker hätten von dem "St. Regis" in der Hauptstadt Bangkok aus zugeschlagen, schrieb der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf Ermittlerkreise. Nach wie vor bleibt unklar, wer dahintersteckt. Nordkorea bestritt am Wochenende, mit der Attacke zu tun zu haben.

Weitreichender Zugriff

Die Angreifer scheinen sich freien Zugang zu nahezu allen geschäftlichen Daten des Hollywood-Studios verschafft zu haben. Im Netz landeten danach neben noch unveröffentlichten Filmen und auch Informationen über das Sony-Geschäft sowie Filmstars wie James Franco und Seth Rogen.

Weiterhin wurden die Daten von tausenden Mitarbeitern inklusive Gehaltsangaben, Leistungsbeurteilungen sowie Sozialversicherungsnummern gestohlen, die in den USA quasi die Funktion eines Personalausweises haben. Etliche Personal Computer von Beschäftigten wurden durch die Attacke so beschädigt, dass sie nicht mehr reparierbar waren und durch neue PCs ausgetauscht werden mussten.

Mangelnde Sicherheitsvorkehrungen?

Die von Sony beauftragte IT-Sicherheitsfirma Mandiant sprach in einer internen Notiz von einem außerordentlichen Angriff, gegen den kein Unternehmen gewappnet gewesen wäre. Andere Fachleute kritisierten dagegen mangelnde Sicherheitsvorkehrungen bei Sony Pictures. "Ich bin schockiert, dass die Sony-Angreifer mehrere Terabyte an Daten herunterladen konnten, ohne dass dies bemerkt wurde", twitterte der Ex-Hacker Kevin Mitnick, der inzwischen als Sicherheitsexperte arbeitet. Es ist das erste Mal, dass es Hackern gelang, die Datenbestände einer Firma so flächendeckend zu plündern und ihren Betrieb auf Tage lahmzulegen.

Nordkorea war verdächtigt worden, weil das kommunistische Regime die Komödie "The Interview" scharf kritisiert hatte. In dem Film werden zwei Journalisten beauftragt, Machthaber Kim Jong Un bei einem Interview zu töten.

Quelle: DPA

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