Mainzer Vorhaben

Gutachter sieht keine Gesundheitsgefahr durch Kohlekraftwerk

Ein weiteres Gutachten hält den Betrieb des geplanten Mainzer Kohlekraftwerks für unbedenklich. Die derzeitige Schadstoffbelastung liege im üblichen Bereich, konstatierte ein Gießener Umweltmediziner. Zusätzliche Gesundheitsbelastungen seien nicht zu erwarten.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (ddp/sm) - Der Autor des umweltmedizinischen Gutachtens, der Gießener Umweltmediziner Thomas Eikmann, sehe keinen negativen Einfluss auf die menschliche Gesundheit durch das geplante Kraftwerk, teilte die Struktur- und Genehmigungsdirektion SGD Süd am Mittwoch in Neustadt an der Weinstraße mit. Auch zwei Expertisen zum Immissionsschutz und zu Keimen in den Kühltürmen hatten keine Bedenken ergeben.

Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) wollen bis 2012 auf der Ingelheimer Aue bei Mainz ein 823-Megawatt starkes Kohleheizkraftwerk errichten. Gegen das umstrittene 1,2 Milliarden-Euro-Projekt gibt es heftigen Widerstand in der Region, weil die Gegner vor allem eine erhebliche Mehrbelastung der Umwelt sowie Gefahren für die Gesundheit fürchten. Der Gutachter komme aber zum Ergebnis, dass die jetzige Schadstoffbelastung für die umliegende Bevölkerung in dem für ein städtisches Gebiet in Deutschland "üblichen Bereich" liege, hieß es weiter. Weil der zusätzliche Ausstoß von Schadstoffen durch das neue Kraftwerk ebenfalls sehr gering sei, werde "die Gesamtbelastung praktisch gleich bleiben". Damit seien keine negativen Auswirkungen auf Atemwege oder andere durch Umwelteinflüsse ausgelöste Krankheiten zu erwarten.

Die Behörde unterstrich zugleich aber auch, die Aussagen seien nur ein Baustein in der Entscheidungsfindung und die SGD bei ihrer Entscheidung "eng an das Bundes-Immissionsschutzgesetz mit seinen Grenzwerten zum Schutz der menschlichen Gesundheit gebunden."

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