Gutachten: Ex-Monopolisten knöpfen freien Anbietern überhöhte Netznutzungsentgelte ab

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Netzbetreibende Versorger behindern mit überhöhten Netznutzungsentgelten massiv den Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das die LBD-Beratungsgesellschaft mbH, Berlin, im Auftrag von Riva Energie AG, ares-Energie AG und der Deutschen Strom AG erstellt hat.


Die Gutachter fanden heraus, dass die Netzbetreiber ihr natürliches Monopol zur Behinderung des Wettbewerbs missbrauchen. Denn selbst bei Anwendung der für die Netzbetreiber günstigen Regelungen der Verbändevereinbarung II ergibt sich nach Erkenntnissen der Gutachter ein Kostensenkungspotenzial von knapp 30 Prozent. Das sind etwa vier Pfennig pro Kilowattstunde. Die gewählten Ansätze basierten vollständig auf anerkannten betriebswirtschaftlichen Verfahren. Als Messlatte für ein faires Netznutzungsentgelt wurde von LBD eine angemessene Eigenkapitalrentabilität angelegt. Dabei stellte sich heraus, dass auch bei der Durchführung alternativer Berechnungen die Rentabilität des Netzbetriebs deutlich größer sei als die angemessene Verzinsung des entsprechenden Eigenkapitals. Die überhöhten Netznutzungsentgelte müssten daher um den Betrag der nicht gerechtfertigten Monopolgewinne verringert werden.


Die überhöhten Netznutzungsentgelte der Ex-Monopolisten seien das Haupthindernis für freie Anbieter auf dem deutschen Strommarkt, ist die bittere Bilanz der Auftraggeber. Sie waren auch schon beim Bundeswirtschaftsministerium vorstellig. Bei ein. Im Rahmen einer Diskussionsrunde zum Thema "Wettbewerbshemmnisse auf dem deutschen Strommarkt" Ende letzter Wochen wurden im Bundeswirtschaftsministerium die Netznutzungsentgelte sehr kontrovers diskutiert. "Wenn sie es mit dem Wettbewerb auf dem Strommarkt für Endverbraucher ernst meinen, dann müssen die Netznutzungsentgelte gesenkt werden", appellierte Carsten Knauer, Vorstandsvorsitzender der Riva AG und Vorstandsmitglied beim FEDV, an den zuständigen Minister. "Wie lange will die Politik eigentlich noch zusehen, bevor gegen den massiven Missbrauch der Monopolsituation durch die Netzbetreiber vorgegangen wird?"


Das LBD-Gutachten wurde beim Bundeskartellamt als Teil einer offiziellen Beschwerde von Riva Energie, ares Energie AG und Deutsche Strom AG eingereicht. "Die Preistreiber auf dem deutschen Strommarkt müssen endlich in ihre Schranken gewiesen werden", sagt Riva Energie-Chef Knauer. "Wir haben die Beweise auf dem Tisch liegen - jetzt muss der Gesetzgeber handeln."

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