Nachwachsende Rohstoffe

Grundstein für Holzpelletswerk in Schwedt gelegt

Der Industriestandort für Erdölverarbeitung Schwedt setzt zunehmend auf den Einsatz nachwachsender Rohstoffe. Mit der Grundsteinlegung für eine Holzpelletsfabrik auf dem Gelände der PCK Raffinerie GmbH wird erneut eine Industrieinvestition auf diesem Gebiet begonnen. Ein Bericht von Juliane Sommer.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Schwedt/Oder (ddp-lbg/sm) - Erst vor wenigen Tagen nahm eine Bioethanolanlage ihren Betrieb auf, die ihren aus Roggen produzierten reinen Alkohol für die Herstellung von Surrogaten für hochoktaniges Benzin in die Raffinerie einspeist. Eine Biodieselanlage wird gerade gebaut. Und auf den Reißbrettern der Planer nimmt eine Ölmühle am Standort Schwedt momentan Gestalt an.

Der mittelständische Brandenburger Unternehmer Ulf Mösenthin aus Fürstenberg investierte zwölf Millionen Euro für den Bau des Holzpelletswerks. "Da ist natürlich auch eine Förderung von der Landesinvestitionsbank mit dabei", sagt Jörg Meckel vom Aufbaustab der neuen Fabrik. 25 Arbeitsplätze will die Ulf Mösenthin GmbH in Schwedt schaffen. Der jährliche Ausstoß von 100 000 Tonnen Holzpellets für den Einsatz in Kraftwerken benötigt einen Rohstoffeinsatz von bis zu 220 000 Tonnen Holzresten aus den umliegenden Wäldern und Sägewerken.

"Wir gewinnen Holz aus einem Radius von 100 bis 150 Kilometern rings um das Werk", erläutert Meckel. Die Sägespäne und Resthölzer werden zu Pellets gepresst, die in ihrem Aussehen Hundetrockenfutter ähneln. Vor allem skandinavische Holzkraftwerke verwenden sie derzeit zur Energiegewinnung. "Überwiegend dorthin und in die Benelux-Staaten werden wir exportieren. Mittelfristig können wir uns jedoch auch die Belieferung des Inlands-Marktes vorstellen, wenn Holzpelletsheizungen als Alternative zu Gas oder Öl auch in Deutschland verstärkt gebaut werden", sagt Meckel.

Für den Standort Schwedt hat sich das Unternehmen entschieden, weil es hier die Abwärme der Raffinerie für die Trocknungsanlagen nutzen könne. Weitere Gründe sind die funktionierende industrielle Infrastruktur sowie die gute Verkehrsanbindung. Vor allem der Binnenhafen Schwedt an der Oder sei für das Unternehmen von Interesse. Über diesen Wasserweg ließen sich Rohstoffe und Fertigprodukte günstig transportieren.

Erst vor wenigen Tagen war in Eberswalde der Grundstein für ein Holzkraftwerk gelegt worden. Der Betreiber setzt ähnlich wie die Mösenthin-Gruppe auf den Einsatz von Resthölzern, die nach dem Einschlag in den Wäldern bislang wirtschaftlich ungenutzt übrig bleiben. Auch hier war die Nähe zum Eberswalder Binnenhafen am Oder-Havel-Kanal ein wichtiger Faktor für die Ansiedlungs-Entscheidung.

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