Über 70 neue Arbeitsplätze

Grundstein für erstes Berliner Holzheizkraftwerk gelegt

In Berlin-Rudow ist heute der Grundstein für das erste Holzheizkraftwerk in der Bundeshauptstadt gelegt worden. Nach Aufnahme der Wärme- und Stromerzeugung Anfang 2004 wird die Kohlendioxid-Belastung im Vergleich mit kohlebefeuerten Anlagen um 235 000 Tonnen pro Jahr sinken.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Im November 2001 hatte Harpen EKT, ein seit 1992 in Berlin ansässiges Tochterunternehmen der Harpen AG, nach einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag für die Wärmeversorgung der Berliner Gropiusstadt erhalten. Die Wärmeversorgung der 50 000 Einwohner wird seit Anfang des Monats durch eine neue Gaskesselanlage sowie ab 2004 durch das Biomasse-Heizkraftwerk sichergestellt. Nach Inbetriebnahme des Holzheizkraftwerks wird das Gasheizkraftwerk als Spitzenlastanlage und zur Reserve dienen.

Die Grundsteinlegung für Deutschlands umweltfreundlichstes Heizkraftwerk fand auf dem ehemaligen Eternitgelände an der Kanalstraße in Berlin Rudow statt. Berlins Umweltsenator Peter Strieder und der Vorstandssprecher der Harpen AG, Dr. Bernd Widera, würdigten in ihren Reden das Projekt. Der neue "Kohlendioxid-Blocker" sei ein "ökologisches Leuchtturmprojekt, auf das sich die Berliner und die Umwelt freuen dürfen", sagte Widera. "Für den Transport der rund 200 000 Tonnen Altholz, die das Kraftwerk jährlich benötigt, fand Harpen EKT eine besonders umweltverträgliche Lösung", erklärte Sven Schmieder, der Sprecher der Geschäftsführung. "Denn die Anlieferung läuft fast ausschließlich über den Teltowkanal. Die von den Genehmigungsbehörden festgeschriebene Höchstgrenze von 25 Prozent Lkw-Einsatz wird damit deutlich unterschritten werden. Lediglich kleine Mengen Frischholz kommen per LKW. Das entlastet die Anwohner des Industriegebietes."

Die Versorgung des Harpen-Kraftwerks mit Holz erfolgt durch die Firma Holzkontor Preußen GmbH aus Berlin-Spandau. Durch den Zulieferbetrieb für Harpen EKT werden in Berlin 45 Arbeitsplätze geschaffen. In Berlin-Rudow selbst entstehen 27 neue Stellen.

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