Mit Auflagen

Grünes Licht: RWE darf Entsorgungstochter verkaufen

Das Bundeskartellamt hat unter Auflagen grünes Licht für die Übernahme der RWE Umwelt AG durch die Remondis Beteiligungs GmbH gegeben. Gleichzeitig äußerte sich die Behörde besorgt über die zunehmende Konzentrationstendenz in der Entsorgungswirtschaft. Es bestehe die Gefahr von "Aufholfusionen".

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (ddp/sm) - Der Essener Energiekonzern RWE hat mit dem Verkauf seiner Entsorgungstochter RWE Umwelt an den Wettbewerber Remondis seinen Konzentrationsprozess abgeschlossen. Wie der RWE-Vorstandsvorsitzende Harry Roels am Freitag nach der Genehmigung des Verkaufs durch das Bundeskartellamt erklärte, soll der Verkaufsprozess für die zuvor ausgegliederten 30 Prozent vom RWE Umwelt im April beginnen.

Der Abschluss des Verkaufs sei ein "bedeutender Schritt für RWE" sagte Roels. Damit sei die Konzentration auf die Kerngeschäftsfelder Strom, Gas und Wasser abgeschlossen. Einen Kaufpreis für die Umwelt-Mehrheit wollte RWE erneut nicht nennen.

Das Bundeskartellamt hatte die Übernahme unter Auflagen freigegeben. Gleichzeitig äußerte sich die Behörde besorgt über die zunehmende Konzentrationstendenz in der Entsorgungswirtschaft. Es sei zu befürchten, dass nicht zum Zuge gekommene Wettbewerber sich zu "Aufholfusionen" gegenüber dem neuen Marktführer gedrängt sehen könnten, erklärte Kartellamtschef Ulf Böge am Freitag in Bonn.

Die RWE Umwelt AG mit Sitz in Viersen ist mit 400 Standorten und rund 11 000 Mitarbeitern Deutschlands größter Dienstleister im Bereich Entsorgung und Recycling. Die früher unter dem Namen Rethmann firmierende Remondis-Gruppe war bislang Branchenzweiter. Aufgrund der Entscheidung des Bundeskartellamtes muss Remondis Unternehmensbeteiligungen, Anlagen und Sammelverträge aus den Bereichen Sammlung und Transport von Altglas, Aufbereitung von Altglas, Verwertung von Kühl- und Gefriergeräten sowie die Beteiligung an der Interseroh AG veräußern.

Bereits vor Anmeldung des Zusammenschlusses waren aus RWE Umwelt etwa 30 Prozent des inländischen Umsatzvolumens ausgegliedert worden. Auch die ausländischen Beteiligungen waren bereits vor dem Zusammenschluss veräußert worden. RWE hatte im September vergangenen Jahres die Trennung von seinem Umweltgeschäft bekannt gegeben. In einem ersten Schritt würden 70 Prozent des Geschäftsvolumens von RWE Umwelt an das Entsorgungsunternehmen Rethmann verkauft, hieß es damals. Innerhalb der kommenden drei Jahre sollten auch die restlichen Aktivitäten veräußert werden.

Von Michael Wojtek

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