Genehmigung

Grünes Licht für Gasleitung OPAL in Mecklenburg-Vorpommern

Auf dem Weg zum Energietransitland hat Mecklenburg-Vorpommern eine erste wichtige Hürde genommen. Dafür habe das Bergamt Stralsund den Bau des ersten Trassenabschnitts für die geplante Ostseepipeline-Anbindungsleistung (OPAL) durch den Nordosten Deutschlands genehmigt.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Stralsund/Lubmin (ddp-nrd/red) - Mecklenburg-Vorpommern Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) bezeichnete die Entscheidung als wichtig für den Ausbau der Transportkapazitäten für Erdgas in Deutschland und einen Schritt zu mehr Versorgungssicherheit mit russischem Gas für Mitteleuropa. Zugleich sei damit eine Voraussetzung für die weitere Entwicklung des Energiestandortes Lubmin geschaffen worden.

Die von Ruhrgas und der Wintershall-Tochter Wingas geplante OPAL-Trasse soll vom vorgesehenen Anlandepunkt der deutsch-russischen Ostseepipeline in Lubmin über insgesamt 470 Kilometer durch Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen nach Olbernhau führen. Etwa 103 Kilometer des Trassenabschnitts verlaufen durch Mecklenburg-Vorpommern. Geplant sind zudem Abzweigungen zu unterirdischen Speichern in den drei Bundesländern.

Genehmigung für Brandenburg bis Jahresende

Nach Betreiberangaben soll die rund 212 Millionen Euro kostende Leitung bis Ende 2010 verlegt werden. Nach der bereits erteilten Genehmigung werde der Bau in Südsachsen noch im August beginnen, kündigte Wingas-Sprecher Nicholas Neu an. In Mecklenburg-Vorpommern würden in den nächsten Wochen die Verlegetrupps starten. Für Brandenburg werde die Genehmigung zum Jahresende erwartet.

Die für den Trassenabschnitt in Mecklenburg-Vorpommern benötigten 5500 Rohrsegmente waren bereits 2008 zu mehreren Lagerplätzen angeliefert worden. Geplant ist unter anderem die Untertunnelung der Peene. Eine Verdichterstation ist nicht in Mecklenburg-Vorpommern, sondern erst in Brandenburg vorgesehen.

Vision vom Energietransitland Mecklenburg-Vorpommern

Nach Plänen mehrerer Energieversorger soll Mecklenburg-Vorpommern in den nächsten vier Jahren zu einem wichtigen Energietransitland ausgebaut werden. Ausschlaggebend dafür ist der Bau der geplanten deutsch-russischen Ostseepipeline durch die Nord Stream AG, der allerdings noch nicht von den Ostseeanrainerstaaten genehmigt wurde. Die Verlegung der Trasse durch die deutschen Hoheitsgewässer befindet sich gegenwärtig im Planfeststellungsverfahren.

Zur Weiterleitung der in Lubmin ankommenden Gasmengen ist an Land der Bau mehrerer Anschlussleitungen geplant. Zu ihnen gehört die Ostseepipeline-Anbindungsleitung (OPAL), die nach Süden führt. Darüber hinaus wollen Ruhrgas und Wingas die sogenannte Norddeutsche Erdgasleitung (NEL) quer durch Mecklenburg-Vorpommern in westliche Richtung bauen.

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