Engagement im neuen Beirat

Grünen-Politikerin verteidigt Berater-Tätigkeit für RWE-Innogy

Die frühere Grünen-Energieexpertin Michaele Hustedt verteidigt ihr Engagement im neuen Beirat der RWE-Ökostrom-Tochter Innogy. Sie sei weiterhin für den Atomausstieg und auch gegen eine Laufzeit-Verlängerung von Atomkraftwerken, sagte Hustedt der Nachrichtenagentur ddp in Berlin.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Ihre Position in dieser Frage habe sie nicht geändert. Auch werde sie weiter für den Wettbewerb im Stromsektor kämpfen und sehe die Kohle-Nutzung aus Klimaschutzgründen kritisch.

Wie der Stromversorger RWE, der zu den großen AKW-Betreibern in Deutschland gehört, jüngst mitgeteilt hatte, wurde Hustedt als stellvertretende Vorsitzende des Innogy-Beirats berufen. Hustedt verwies darauf, dass es RWE Innogy "nur um die Förderung von erneuerbaren Energien" gehe. Wenn man tatsächlich den Anteil der regenerativen Energien an der Stromversorgung immer mehr ausweiten wolle auf "30, 40, 100 Prozent", müssten dazu auch die großen Stromkonzerne "mit ins Boot geholt" werden. "Mit Fundamentalopposition gegen die Stromkonzerne wird es nicht funktionieren".

Für ihre Entscheidung sei auch wichtig gewesen, ob RWE mit Innogy nur eine "Showveranstaltung" betreibe oder wirklich in erneuerbare Energien investieren wolle, argumentierte Hustedt, die von 1994 bis 2005 dem Bundestag angehörte und dort maßgeblich den Atomausstieg mit vorantrieb. "Ich glaube, dass ist ein ernsthafter Versuch", beurteilte sie die Innogy-Gründung. Dafür spreche schon die Person des Innogy-Chefs und früheren Hamburger Umweltsenators Fritz Vahrenholt, der glaubwürdig für den Einsatz regenerativer Energien eintrete. Auch seien die Projekte und Zielvorgaben, die RWE Innogy ihr vorgelegt habe, "ambitioniert".

Daher könne sie es nur unterstützen, wenn auch große Stromkonzerne einen Teil ihrer Gewinne in die erneuerbaren Energien investieren, argumentierte Hustedt, die zusammen mit ihrem früheren Fraktionskollegen Albert Schmidt ein Politikberatungsunternehmen betreibt. "Wenn die das ernsthaft tun, dann kann ich da auch beratend tätig werden. Ich bleibe deswegen Grüne", sagte sie.

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