Kritik

Grüne: Zuständigkeit für erneuerbare Energien muss im Umweltministerium bleiben

Die Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen kritisiert scharf den Vorschlag des VDEW-Präsidenten Brinker, die Zuständigkeit für erneuerbare Energien in das Bundeswirtschaftsministerium zurückzuintegrieren oder ein eigenes Energieministerium zu schaffen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Nach Ansicht von Hans-Josef Fell, forschungs- und technologiepolitischem Sprecher der Partei, übt die "Lobby"-Vereinigung der deutschen Elektrizitätswirtschaft (VDEW) Druck auf die Politik aus, die erneuerbaren Energien dem Bundeswirtschaftsministerium zu unterstellen. Der Vorstoß des VDEW sei "ein durchsichtiger Versuch, den erfolgreichen Ausbau der erneuerbaren Energien zu bremsen", heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen.

Das Bundeswirtschaftsministerium habe immer wieder "einseitig die Interessen der großen Stromkonzerne sowie der konventionellen Energieträger vertreten". Eine Unterstellung der erneuerbaren Energien hätte laut Fell zur Folge, dass diese in einem weitgehend monopolisierten Wirtschaftssektor schnell der Willkür der Stromkonzerne ausgesetzt wären. Damit würden die Potenziale der erneuerbaren Energien im Hinblick auf den Arbeitsmarkt und die mögliche Kostensenkungen nicht erschlossen.

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