In Hessen

Grüne wollen von Minister Details zu Biblis-Defekt erfahren

In einem Brief fordern die hessischen Grünen bis Dienstag nächster Woche Auskunft darüber, warum die Öffentlichkeit erst knapp einen Monat nach Auftreten eines neuerlichen Defekts im Atomkraftwerk Biblis A informiert wurde. Danach wolle die Fraktion entscheiden, ob eine Sondersitzung des Umweltausschusses erforderlich ist.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Wiesbaden (ddp-hes/sm) - Im Zusammenhang mit dem jüngsten Defekt im pannenanfälligen Atomkraftwerk Biblis verstärken die Grünen im hessischen Landtag den politischen Druck auf Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU).

In einem Brief fordern sie bis Dienstag nächster Woche Auskunft darüber, warum die Öffentlichkeit erst knapp einen Monat nach Auftreten des Defekts informiert wurde. In ihrer Fraktionssitzung am selben Tag wolle die Fraktion entscheiden, ob eine Sondersitzung des Umweltausschusses erforderlich ist, teilten die Grünen am Mittwoch in Wiesbaden mit.

In einem Strang des Not- und Nachkühlsystems von Block A in Biblis hatte sich nach offizieller Darstellung ab 5. Januar ein unzulässiger Druck aufgebaut. Am 31. Januar wurde der Defekt behoben. Dietzel und die Betreiberfirma RWE Power AG hatten über diesen Zwischenfall am vergangenen Freitag informiert. Die Grünen fragen nun unter anderem, welche Teile des Kühlsystems konkret betroffen waren und wann der Defekt entdeckt wurde.

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