Energiewende

Grüne wollen möglichst schon 2030 nur noch Öko-Strom

Möglichst schon 2030 soll es nach dem Willen der Grünen in Deutschland nur noch Öko-Strom und möglichst 2040 generell nur noch erneuerbare Energie geben. Mit diesem Beschluss für eine radikale Energiewende folgte der Bundesparteitag am Freitag einem Kompromissvorschlag des früheren Umweltministers Jürgen Trittin.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (AFP/sm) - Spätestens 2050 müsse in Europa der hundertprozentige Umstieg auf erneuerbare Energien vollzogen sein, um eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad erreichen zu können, heißt es in dem Beschluss weiter. Fast einmütig bekräftigten die Grünen zudem ihre Forderung nach einem Moratorium für den Bau neuer Kohlekraftwerke und für ein Festhalten am Atomausstieg.

Die Grünen-Spitze hatte zunächst auf ein konkretes Umstiegsdatum verzichten wollen. Der Umweltpolitiker Hans-Josef Fell hatte verlangt, die Grünen sollten sich auf hundert Prozent erneuerbare Energien beim Strom bis 2030 festlegen. Fell zog diesen Antrag nach dem Kompromissvorschlag Trittins zurück. "Das ist das, was wir gemeinsam wollen", sagte er nach der dreistündigen, heftigen Debatte. "Wir werden uns anstrengen, Strom bereits 2030 komplett erneuerbar zu erzeugen", sicherte im Gegenzug Trittin zu.

Ein weiterer Antrag, der hundert Prozent Öko-Strom sogar bis 2020 forderte, wurde abgelehnt. Mehrere führende Grünen-Politiker hatten in der Debatte davor gewarnt, zu ehrgeizige Ziele zu setzen, die nicht zu erreichen seien. Auch wurde argumentiert, dies könne Befürwortern der Atomkraft in die Hände spielen. In der Atompolitik verlangten die Grünen auch erneut einen unvoreingenommenen Standortvergleich bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager.

Kritik an neuen Kohlekraftwerken

Einhellig scharfe Kritik gab es an aktuellen Neubauvorhaben für Kohlekraftwerke, die auch von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) unterstützt werden. Trittin forderte, Schluss zu machen, mit der Politik Gabriels, "der uns erzählt, es sei Klimaschutz, neue Kohlekraftwerke zu bauen".

Sehr skeptisch äußerten sich die Grünen zu Bemühungen, entstehendes Kohlendioxid im Rahmen der CCS-Technologie unterirdisch zu lagern. Die Grüne Jugend kündigte eine Protestkampagne gegen den Bau von Kohlekraftwerken an, in deren Rahmen es auch Besetzungen von Anlagen geben solle.

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