Widersprüchliche Angaben

Grüne wollen Aufklärung über Belastung von Asse-Laugen

Die Opposition im niedersächsischen Landtag hat am Mittwoch von der Landesregierung umfassende Aufklärung über die vom Atommülllager Asse in andere Bergwerke transportierte Laugen verlangt. Umweltstaatssekretär Birkner hatte andere Angaben über die radioaktive Belastung der Laugen gemacht als der Betreiber.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover/Wolfenbüttel (ddp-nrd/sm) - Jüngste Äußerungen von Umweltstaatssekretär Stefan Birkner (FDP) stünden im Widerspruch zu Angaben, die der Asse-Betreiber im Umweltausschuss des Landtags gemacht habe, sagte Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel.

Birkner hatte am Dienstag erklärt, die seit Jahren aus dem Deckgebirge in die Asse eindringende und zwischen 2005 und 2008 weggeschaffte Lauge sei kaum mit Radioaktivität belastet gewesen und dabei einen Wert von 2,4 Becquerel pro Liter genannt. Demgegenüber hat Wenzel zufolge der Asse-Betriebsleiter kürzlich im Umweltausschuss ausgeführt, dass diese Salzlösungen mit 20 Becquerel belastet gewesen seien.

Es sei zwar unstrittig, dass die Belastungen dieser Laugen unter den Freigabewerten der Strahlenschutzverordnung lägen, betonte Wenzel: "Unklar bleibt aber, warum der Staatssekretär plötzlich von niedrigeren Belastungen ausgeht."

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