AKW-Neubau

Grüne werfen Rüttgers "Scheinheiligkeit" bei Atomenergie vor

Die Grünen in Nordrhein-Westfalen werfen Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) eine unaufrichtige Haltung in der Atompolitik vor. Seine Position zum möglichen Neubau von Atomkraftwerken in NRW sei geprägt von "Scheinheiligkeit", kritisierte Grünen-Landeschefin Daniela Schneckenburger.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/red) - Am Montag hatte die von Rüttgers eingesetzte Zukunftskommission einen Neubau von Atomkraftwerken zur Debatte gestellt. Rüttgers lehnte einen AKW-Neubau ab, sprach sich aber für eine offene Debatte über die zukünftige Energieversorgung aus. Aus Angst vor einer Protestwelle aus der Bevölkerung scheue Rüttgers eine klare Positionierung beim Thema Atomkraft, rügte Schneckenburger. Vor allem der Koalitionspartner FDP stehe aber für ein Comeback der Atomkraft.

Ein Regierungssprecher wies die Kritik der Grünen als "irreführend" zurück. Der Ministerpräsident habe sich klar gegen neue Atommeiler in Nordrhein-Westfalen ausgesprochen. An der notwendigen öffentlichen Debatte über den Bericht der Kommission sollten sich im Übrigen auch die Parteien beteiligen.

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