Brandenburg

Grüne werfen Landesregierung große Nähe zu Vattenfall vor

Die Grünen werfen der Landesregierung Brandenburgs eine zu große Nähe zum Energiekonzern Vattenfall vor. Immer wieder beanspruche das Land den Konzern als Sponsor, kritisierte Landeschef Axel Vogel am Dienstag in Potsdam.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Potsdam (ddp-lbg/sm) - Fast im Monatsrhythmus besuche ein Mitglied der Landesregierung die Vattenfall-Testanlage zur Abscheidung von Kohlendioxid im Kraftwerk Schwarze Pumpe.

Es sei höchste Zeit, dass die Landesregierung eine Trennlinie zwischen ihrer Politik und der Strategie des Konzerns zieht und nicht dessen Werbebotschaften verbreitet. "Notwendig ist eine kritische Distanz zu dem Konzern", betonte der Grünen-Politiker. Notwendig seien auch deutliche Worte zu Vattenfalls "katastrophalem Schadstoffausstoß".

Vogel verwies auf eine neue Greenpeace-Studie, nach der Vattenfall der klimaschädlichste Stromanbieter Deutschlands sei. Allein mit seinen vier ostdeutschen Braunkohlekraftwerken sei der Konzern für den Ausstoß von 53,8 Millionen Tonnen CO2 im Jahr verantwortlich. Durch den Aus- und Neubau von Kohlekraftwerken werde der Ausstoß von Klimagasen um 18 Millionen Tonnen jährlich steigen.

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