Im Landtag

Grüne: Unterschiedliche Messungen bei Atommülltransport aufklären

Die Grünen wollen die widersprüchlichen Angaben zu den Strahlenmessungen beim jüngsten Atommülltransport nun auch im niedersächsischen Landtag zur Sprache bringen. "Wir machen das diese Woche zum Thema einer Aktuellen Stunde", sagte Fraktionschef Stefan Wenzel der Nachrichtenagentur ddp.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover/Gorleben (ddp-nrd/sm) - Dabei werde seine Fraktion auch nach möglichen Zusammenhängen mit einem vermissten Mitarbeiter der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) fragen.

Bei dem Atommülltransport nach Gorleben im November hatten unterschiedliche Meldungen über die Strahlung der verwendeten Behälter für Unruhe gesorgt. Greenpeace hatte bei Messungen in 14 Metern Abstand nach eigenen Angaben eine um 40 Prozent höhere Belastung durch Neutronenstrahlung als bei vergangenen Transporten festgestellt.

Nach der Überprüfung von drei der insgesamt elf Behälter erklärte das Umweltministerium in Hannover, die Strahlung liege innerhalb der gültigen Grenzwerte. Der Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague war wegen des stärkeren Abbrandes der Brennelemente und ihrer höheren Radioaktivität erstmals in Behältern französischer Bauart transportiert worden.

Der Mitarbeiter der GNS, die über eine Tochterfirma das Zwischenlager in Gorleben betreibt, gilt nach Angaben eines Firmensprechers seit etwa zwei Monaten als vermisst. Nach Informationen von Grünen-Fraktionschef Wenzel war der Angestellte auch für die Strahlenmessungen an den Behältern zuständig. Der GNS-Sprecher bestätigte lediglich, dass der Mitarbeiter Aufgaben beim Umladen der Behälter von Eisenbahnwaggons auf Lastwagen ausgeübt habe.

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