Schlusslicht in Öko-Studie

Grüne und SPD kritisieren Energiepolitik der Regierung Koch

SPD und Grüne in Hessen haben Ministerpräsident Roland Koch (CDU) wegen seiner Energiepolitik der vergangenen Jahre scharf angegriffen. Die Grünen bezeichneten die Energiepolitik der Koch-Regierung als "steinzeitlich", die SPD als "verfehlt".

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Wiesbaden (ddp-hes/sm) - Grund für die heftige Kritik sei das schlechte Abschneiden Hessens bei einer bundesweiten Studie zu erneuerbaren Energien. In der vor kurzem veröffentlichten Studie landete Hessen auf dem 14. Platz, schlechter schnitten nur Berlin und das Saarland ab.

Die Grünen-Umweltexpertin Ursula Hammann sagte, die Studie sei der "erneute Beweis, wie fahrlässig in den letzten zehn Jahren wirtschaftliche Chancen verspielt und der Ausbau erneuerbarer Energien in Hessen vorsätzlich behindert wurden". Die restriktive Planung der Landesregierung führe dazu, dass Hessen bei der Nutzung des Windenergiepotenzials nur auf dem 13. Rang liege. Auch bei der Biomassennutzung schneide Hessen schlecht ab, obwohl die Regierung ihre "gesamte Programmatik" bei den erneuerbaren Energien auf diese Energieform konzentriert habe. Die Gutachter der Studie kritisierten zudem die Abschaffung der Landesenergieagentur, sagte Hammann.

Auch der SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel kritisierte die Regierung Koch. Er halte es "schlichtweg für beschämend", dass Hessen "zu den Schlusslichtern" in Deutschland in Sachen erneuerbare Energien gehöre. Rang 14 von 16 einzunehmen sei ein erschreckend deutlicher Ausweis für eine verfehlte Energie- und Klimapolitik, sagte Schäfer-Gümbel. In der Studie seien die Anstrengungen und Erfolge der Bundesländer in 49 ausgewählten Bereichen untersucht worden. Diese Erhebung zeige, dass die Regierung Koch bisher nur geredet, aber nicht gehandelt habe, betonte der SPD-Politiker.

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