Neue Suche

Grüne: Salzstock Gorleben als Endlager ungeeignet

Nach den Pannen im Atommülllager Asse verlangt die Grünen-Politikerin Rebecca Harms, Gorleben als geplanten Endlager-Standort aufzugeben und die Suche nach einem Endlager neu aufzurollen. "Ich halte den Salzstock Gorleben für ungeeignet", sagte die Europa-Abgeordnete am Mittwoch in einem ddp-Interview.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Göttingen (ddp/sm) - Alleine das schwache Deckgebirge über dem Salzstock sei ein Ausschlusskriterium. Zudem habe es für Gorleben zu keinem Zeitpunkt ein angemessenes und systematisches Auswahlverfahren gegeben.

Die schlechten Erfahrungen im Bergwerk Asse seien Grund genug, die Lagerung von Atommüll in Salz auch grundsätzlich in Frage zu stellen, fügte Harms hinzu. In ein neues Suchverfahren müssten alle geeigneten geologischen Formationen in Deutschland einbezogen werden. Dazu zählt Harms ausdrücklich auch Ton- und Granitformationen, wie sie vor allem in Süddeutschland vorkommen.

AKW-Betreiber sollen Suche finanzieren

"Das ganze Verfahren muss in staatlicher Verantwortung durchgeführt werden", sagte Harms. Transparenz und Partizipation müssten in allen Phasen des Prozesses gewährleistet werden. Nach Ansicht von Harms müssen die Betreiber der Atomkraftwerke das Suchverfahren finanzieren. Das Geld solle aus den steuerfreien Entsorgungsrückstellungen entnommen werden.

Gleichzeitig verlangte Harms eine Klärung der Verantwortlichkeiten für die Vorkommnisse im Bergwerk Asse. Anders könne es kein Vertrauen in die Endlagerforschung und -erkundung und die damit verbundenen politischen Entscheidungen geben. "Der Asse-Skandal hat die Glaubwürdigkeit von Institutionen und Personen erschüttert", sagte Harms.

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