Marode

Grüne: Rund 6500 Strommasten in Rheinland-Pfalz bruchgefährdet

Den rheinland-pfälzischen Grünen geht die Sanierung der Strommasten im Land zu langsam voran: Bis Ende 2006 werde es immernoch über 80 Prozent bruchgefährdete Masten im Land geben, bemängelte die Fraktion gestern in Mainz als Reaktion auf eine Auskunft des Wirtschaftsministeriums.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/sm) - Die rheinland-pfälzischen Grünen kritisieren, dass bisher nur wenige marode Strommasten im Land ausgetauscht worden sind. Nach den derzeitigen Sanierungsplänen der Landesregierung werde es Ende 2006 immer noch über 80 Prozent bruchgefährdete Masten im Land geben, sagte der Energieexperte der Grünen, Bernhard Braun, gestern in Mainz. Die großen Energieversorger sollten ihre Netzentgelte in die Erneuerung der Netze investieren, forderte Braun.

Wie aus der Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine "Kleine Anfrage" der Grünen hervorgeht, bestehen knapp 6500 der insgesamt etwa 10 000 Hochspannungsmasten im Land aus Thomasstahl, der heute nicht mehr verwendet wird und als bruchgefährdet gilt. Ministeriumsangaben zufolge stehen nahezu 3300 Thomasstahl-Masten in der Nähe von Verkehrswegen und Gebäuden. In den vergangenen 20 Jahren wurden 684 Thomasstahl-Masten ausgetauscht, bis Ende des Jahres sollen weitere 518 saniert werden. Die Masten aus Thomasstahl in Rheinland-Pfalz gehören den Stromanbietern Pfalzwerk AG (1235 Masten), RWE Transportnetz Strom GmbH (2722 Masten) und der RWE Rhein-Ruhr Vereilnetz GmbH (2535 Masten).

Nach heftigen Schneefällen waren Ende November vergangenen Jahres im westlichen Münsterland in Nordrhein-Westfalen mehr als 250 000 Menschen zum Teil mehrere Tage ohne Stromversorgung. 82 Hochspannungsmasten waren zuvor wegen starker Vereisung zusammengeknickt. 52 davon waren aus Thomasstahl gebaut. Die Bundesnetzagentur will bis Ende Januar erste Untersuchungsergebnisse zu den massiven Stromausfällen im Münsterland vorlegen.

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