Interview

Grüne kritisieren Rohstoffkampagne des RAG-Chefs Müller

Gegenüber dem Berliner "Tagesspiegel" vom heutigen Donnerstag hat die grüne Energieexpertin Michaele Hustedt die Rohstoffkampagne der RAG als einen "durchsichtigen Versuch" gewertet, "um die Subventionen für den deutschen Steinkohlebergbau zu rechtfertigen".

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Die energiepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen, Michaele Hustedt, hat die Rohstoffkampagne des Energiekonzerns RAG als einen "durchsichtigen Versuch" gewertet, "um die Subventionen für den deutschen Steinkohlebergbau zu rechtfertigen".

Gegenüber dem Tagesspiegel (Donnerstagausgabe) erneuerte sie ihre Forderung nach einer schnellen Rückzahlung der Subventionen für die RAG, weil der Weltmarktpreis für Kraftwerkskohle zuletzt so kräftig gestiegen sei. Die zurzeit mit drei Milliarden Euro subventionierte Steinkohle "ist ein Auslaufmodell", sagte sie weiter. Aufgabe des Staates könne es nicht sein, die heimische Kohleförderung dauerhaft zu stützen. "Kohle gibt es überall auf der Welt."

Der RAG-Chef und frühere WirtschaftsministerWerner Müller hat auch angeboten, Kokskohle in Deutschland wieder zu wettbewerbsfähigen Preisen zu fördern. "Wenn Müllers These stimmt", sagte Hustedt, "dann braucht er auch keine Subventionen für dieses Projekt." Die RAG habe alle Freiheiten, eine neue Kokerei oder Zeche mit Hilfe der Stahlindustrie zu bauen, "aber ohne die Hilfe des Staates".

Das könnte Sie auch interessieren
  • Energieversorung

    Oettinger verteidigt Aus der Steinkohle-Hilfen ab 2014

    Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger und die Bundesregierung liefern sich einen offenen Schlagabtausch um die Steinkohle-Subventionen. Oettinger wehrte sich am Freitag gegen Vorwürfe aus Berlin, er habe die Verlängerung der deutschen Steinkohle-Hilfen bis 2018 nicht entschieden genug in Brüssel verteidigt.

  • Strom sparen

    FDP will RAG-Börsengang an Ausstieg aus Kohleförderung koppeln

    Der Börsengang der RAG sei nur denkbar, wenn sämtliche Stilllegungskosten exakt beziffert würden und zusätzliche Kostenrisiken eines fortdauernden Steinkohlebergbaus für die Steuerzahler ausgeschlossen seien, heißt es in einem Beschluss, den das FDP-Parteipräsidium heute in Berlin fasste.

Top