"Nicht unendlich viel Zeit"

Grüne kritisieren Aufschub bei Asse-Betreiberwechsel

Die niedersächsischen Grünen haben die erneute Vertagung des Bundeskabinettsbeschlusses zum Asse-Betreiberwechsel scharf kritisiert. Angesichts der schwerwiegenden Fehler in der Vergangenheit gebe es "nicht unendlich viel Zeit für Asse II", sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Hannover (ddp/sm) - Deshalb müsse der Betreiberwechsel zum Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) jetzt rasch beschlossen und mit der Stabilisierung des Bergwerks schnell begonnen werden.

Hintergrund der Verzögerungen sind nach Angaben der "Braunschweiger Zeitung" Streitigkeiten um Details des Betreiberwechsels. So gehe es zum Beispiel um die Frage, ob und wie viele Stellen Umweltministerium und BfS für die neue Aufgabe erhalten sollten. Umstritten sei zudem, ob das BfS wieder die Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern (DBE) mit dem Betrieb beauftragen müsse. Das BfS denke an eine Ausschreibung. Die DBE poche jedoch auf den Auftrag und bekomme in der Regierung Unterstützung vom Wirtschaftsministerium.

Der Versuch, die DBE in den Betrieb der Asse einzubeziehen, wecke Misstrauen, sagte Wenzel. Er habe den Eindruck, dass mit der DBE der Einfluss der Atomwirtschaft "durch die Hintertür gestärkt werden soll".

Das könnte Sie auch interessieren
  • Atommüll

    Asse hätte nie Atomendlager werden dürfen

    In dem ehemaligen Salzbergwerk Asse bei Wolfenbüttel hätte nach den Erkenntnissen des Untersuchungsausschusses in Hannover niemals ein Atomendlager eingerichtet werden dürfen. Der Ausschuss des niedersächsischen Landtages schloss am Donnerstag nach mehr als drei Jahren, 71 Sitzungen und der Vernehmung von mehr als 50 Zeugen seine Arbeit ab.

  • Stromnetz Ausbau

    Prüfung zur Rückholung von Asse-Abfällen kann beginnen

    Für die geplante Rückholung radioaktiver Abfälle aus dem einsturzgefährdeten unterirdischen Lager Asse können nach Behördenangaben die ersten Prüfungen beginnen. Da das Bergwerk einzustürzen droht, sollen die dort gelagerten rund 126.000 Fässer herausgeholt werden.

  • Stromnetz Ausbau

    Greenpeace-Kritik an verzögertem Asse-Aufsichtswechsel

    Greenpeace hat die Verzögerungen beim Aufsichtswechsel für das Atommülllager Asse kritisiert. Währenddessen würden in der Asse unter Bergrecht und ohne Beteiligung der Öffentlichkeit Baumaßnahmen durchgeführt. Das Atommülllager müsse sofort unter das strengere Atomrecht gestellt werden.

  • Stromnetz Ausbau

    Entscheidung über Asse wohl nicht mehr dieses Jahr

    Die Entscheidung über die Schließung des Atommülllagers Asse fällt nach Ansicht des Landkreises Wolfenbüttel wohl nicht mehr in diesem Jahr. Eine Prüfung möglicher Optionen müsse gründlich erfolgen und stehe erst am Anfang, teilte die vom Kreis eingesetzte Asse-Begleitgruppe kürzlich mit.

  • Strom sparen

    Gabriel: Erfahrungen aus Morsleben für Asse nutzen

    Bundesumweltminister Gabriel will Erfahrungen mit dem Atommüllendlager Morsleben für die anstehenden Maßnahmen im Atommülllager Asse nutzen. Es sei gut, dass mit dem Bundesamt für Strahlenschutz künftig der gleiche Betreiber für beide Lager zuständig sein werde, sagte Gabriel am Freitag in Morsleben.

Top