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Grüne in Hessen: Wahlkampf mit Fischer und Atomausstieg

Da die Unions-Parteien im Fall eines Wahlsiegs den "Ausstieg aus dem Ausstieg" beschlossen haben, lautet ein Slogan der hessischen Grünen im aktuellen Wahlkampf "Biblis A 2008 abschalten - nur mit uns". Sie haben den Atomausstieg zum einzigen politischen Schwerpunkt ihres anstehenden Wahlkampfs ausgerufen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Wiesbaden (ddp-hes/sm) - Hessens Grüne haben den Atomausstieg zum einzigen politischen Schwerpunkt ihres anstehenden Wahlkampfs ausgerufen. Personell werden sie ein weiteres Mal ganz auf ihren Außenminister Joschka Fischer setzen. Grünen-Landesgeschäftsführer Kai Klose kündigte in Wiesbaden an, Fischer werde bis zur Bundestagswahl am 18. September mindestens sechs Mal "die hessischen Marktplätze füllen".

Erster Auftritt des Außenministers soll am 21. August in Darmstadt sein, einen Tag später wird er in Gießen, Niestetal und Kassel erwartet. Am 14. September will Fischer nachmittags in Wiesbaden und am Abend dann in seinem Wahlkreis Frankfurt am Main II um Stimmen für die Grünen kämpfen.

"Wir werden außerdem unsere besonderen Erfahrungen mit einer schwarzen Regierung betonen", sagte Klose. Ein ganz ähnliches Wahlkampfkonzept hatte vor einer Woche die hessische SPD angekündigt und formuliert: "Wer Koch kennt, weiß, was Merkel bedeutet." Klose warf der hessischen CDU-Landesregierung vor, eine völlig unzureichende Kinderbetreuungssituation zuzulassen und einen "finanzpolitischen Scherbenhaufen" angerichtet zu haben.

Da die Unions-Parteien im Fall eines Wahlsiegs den "Ausstieg aus dem Ausstieg" beschlossen hätten, laute ein Slogan der hessischen Grünen dieses Jahr "Biblis A 2008 abschalten - nur mit uns". Das Kernkraftwerk im Südhessen soll nach einem Beschluss der rot-grünen Bundesregierung in drei Jahren mit einem Block vom Netz gehen. "Wir spielen auf Sieg", gab sich Klose optimistisch. Bei der Bundestagswahl 2002 habe seine Partei in Hessen mit 10,7 Prozent der Stimmen gut zwei Prozent mehr erreicht als die Grünen bundesweit. "Ein Ergebnis, das wir wieder erreichen wollen."

Von ddp-Korrespondent Stefan Höhle

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