Versäumnis

Grüne für stärkere Biomasse-Förderung in Rheinland-Pfalz

Die Grünen in Rheinland-Pfalz bemängeln, dass ihr Bundesland im Bereich Biomasse-Nutzung weit hinter den benachbarten Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg zurücksteht. Dort gäbe es Beratungsprogramme für Kommunen und die regionale Verwertung von Restholz würde finanziell gefördert.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/sm) - Das Land Rheinland-Pfalz fördert die Energienutzung aus Biomasse nach Ansicht der Grünen-Opposition im Landtag nur unzureichend. Die Regierung vernachlässige den Ausbau entsprechender Anlagen und verschenke damit "große Möglichkeiten", kritisierte der energiepolitische Fraktionssprecher Bernhard Braun (Grüne) am Mittwoch in Mainz.

Er verwies dazu auf die in der vergangenen Woche im Bundestag verabschiedete Novelle Energieeinspeisegesetzes, wonach die Betreiber kleiner Biomasseanlagen künftig stärker gefördert werden.

Nach Schätzungen des Instituts für angewandtes Stoffmanagement hätte im Jahr 2001 allein durch Waldrestholz rund 655 Gigawattstunden regenerative Energie erzeugt werden können. Im Jahr 2000 erreichte die gesamte Energieerzeugung aus Biomasse nach dem jüngsten Energiebericht des Landes aber nur etwa ein Zehntel dieses Wertes, heißt es in einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine "Große Anfrage" der Grünen.

Braun bemängelte, dass Rheinland-Pfalz im Bereich Biomasse-Nutzung weit hinter den benachbarten Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg zurückstehe. Dort würden zum Beispiel Beratungsprogramme für Kommunen aufgelegt und die regionale Verwertung von Restholz finanziell gefördert. Hierzulande fehlten "regionale Energie- und Rohstoffzentren", die Holz oder andere Reststoffe sammeln und an die Besitzer von Biomasse-Anlagen verteilen. "Enttäuscht" seien die Grünen auch über die "unzureichende" Forschungsförderung des Landes im Bereich erneuerbarer Energien.

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