"Tickende Zeitbombe"

Grüne fordern Stilllegung des Atomkraftwerks Isar 1

Anlässlich des 23. Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl haben die bayerischen Grünen erneut eine möglichst rasche Stilllegung des Atomkraftwerks Isar 1 bei Landshut gefordert. "Dieser Pannenreaktor ist eine tickende Zeitbombe", betonten die Grünen-Landesvorsitzenden Theresa Schopper und Dieter Janecek.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp-bay/red) - 2009 sei "ein wegweisendes Jahr" für die weitere Nutzung der Atomkraft. Sieben Jahre nach dem Ausstiegsbeschluss der rot-grünen Bundesregierung entscheide der Ausgang der Bundestagswahl im September, wie es mit der Atomkraft in Deutschland weitergehe. "Wer seine Stimmen an FDP und CSU vergibt, stimmt dafür, dass Isar 1 weiterläuft", betonten Schopper und Janecek.

Die Grünen stünden "ohne Wenn und Aber zum Atomausstieg". Sie setzten auf den beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien. Längere Laufzeiten der Atomkraftwerke dienten lediglich einem höheren Profit der großen Stromkonzerne. Gleichzeitig nehme das Risiko durch überalterte Reaktoren zu, und der Atommüllberg wachse weiter, warnten Schopper und Janecek.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Alternative Energien

    EEG-Umlage erreicht 2016 einen neuen Höchststand

    Die EEG-Umlage wird im kommenden Jahr wieder steigen. Obwohl Wirtschaftsminister Gabriel angekündigt hatte, die Kosten der Energiewende in den Griff zu bekommen, scheinen die Ausgaben nun aus dem Ruder zu laufen. Wie der neue Umlagen-Höchststand aussehen wird, geben die Netzbetreiber am Donnerstag bekannt.

  • Atomenergie Gefahr

    Stresstest: Nicht genug Atom-Rückstellungen für den "Worst Case"

    Der Stresstest zu den Rückstellungen der Atomkonzerne sorgt für Unstimmigkeiten in der Politik. Während Sigmar Gabriel die Ergebnisse dahin gehend interpretiert, dass die Gelder der Konzerne ausreichen werden, warnt die Opposition davor, sich auf den Ergebnissen auszuruhen. Der Test zeigt auch, dass die Rückstellungen bei ungünstigen Umständen bei weitem nicht ausreichen würden.

  • Hochspannungsmasten

    Grüne werfen Rüttgers "Scheinheiligkeit" bei Atomenergie vor

    Die Grünen in Nordrhein-Westfalen werfen Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) eine unaufrichtige Haltung in der Atompolitik vor. Seine Position zum möglichen Neubau von Atomkraftwerken in NRW sei geprägt von "Scheinheiligkeit", kritisierte Grünen-Landeschefin Daniela Schneckenburger.

  • Stromtarife

    AKW haben Reststrommenge schon zur Hälfte produziert

    Der im Atomkonsens vereinbarte Ausstieg aus der Kernenergie ist zu mehr als der Hälfte vollzogen. Die gegenwärtig noch 17 deutschen Atomkraftwerke hätten bereits 53 Prozent der im Atomgesetz festgeschriebenen Reststrommengen produziert, teilte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) am Donnerstag in Salzgitter mit.

  • Energieversorung

    Energiepolitik bleibt Streitthema in Hessen

    Die SPD hat die Energiepolitik der schwarz-gelben Landesregierung in Wiesbaden am Donnerstag scharf kritisiert. Vor allem beim Thema erneuerbare Energien müsse dringend nachgebessert werden. Die Energiepolitik war auch im Wahlkampf eines der beherrschenden Themen.

Top